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Wir haben uns mal den Spaß gemacht die Erkenntnisse über Sekten (Details siehe Bayrisches Landesjugendamt BLJA , www.blja.bayern.de) auf eine Gruppe von Menschen zu übertragen (kursiv dargestellt), für die der eigene Sieg im Wirtschaftskampf und das Unterwerfen aller anderen (Schwächere) unter das Konkurrenzprinzip die höchste uneingeschränkte Priorität hat. Wir nennen diese Gruppe "machiavellistische" machtgierige Wirtschaftskrieger. Diese raffinierte Elite hat nicht nur die Schule unter Kontrolle, sondern auch Wirtschaft, Politik und andere gesellschaftliche Bereiche.
Aus Spaß wurde Ernst. Wir mussten zu unserem Bedauern objektiv betrachtet feststellen, dass diese Gruppe der neo-liberalen Wirtschaftskrieger alle Kriterien einer Sekte erfüllt. Deshalb sprechen wir jetzt in erster Linie von der Sekte der Wirtschaftskrieger.
Eine Sekte dient nur dazu, wenigen Anführern der Sekte Vorteile auf Kosten vieler anderer Sekten-Mitglieder zu verschaffen. Die Vorteile der Profiteure sind Macht und Geld, die Nachteile für die vielen anderer sind Ohnmacht, seelische Belastung und gesundheitliche Schäden. Sekten dieser Art zu bekämpfen ist Teil vom Kampf des Guten gegen das Böse.
"Die Sekte der Wirtschaftskrieger / Machiavellis und andere Sekten"
So genannte Sekten können Gefahren für den Einzelnen, für die zwischenmenschlichen Beziehungen - insbesondere in der Familie und für die Gesellschaft insgesamt bergen.
Das Konflikt- und Gefährdungspotential von "Sekten"
Jugendliche sind einmal wegen ihrer fehlenden Geldmittel und mangelnden Einflussmöglichkeiten für die problematischen Gruppierungen oder Firmen im direkten Zugriff weniger interessant als Erwachsene.
Indirekt jedoch sind Jugendliche oder Kinder - v. a. die Kinder der Anhänger - für viele Organisationen als Zukunftspotenzial von größter Bedeutung. Gerade die in einer "Sekte" aufwachsenden Minderjährigen sind besonders wehrlos gegen Indoktrination und Psychomanipulation wie z.B. Verherrlichung des Konkurrenzprinzips und des Wirtschaftskrieges, da bei ihnen die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit eingeschränkt wird, d.h. freies kreatives Lernen bestraft wird, und alternative Lebenserfahrungen wie z.B. ein Leben in Nächstenliebe und Liebe als Vergleichsmaßstab (noch) fehlen.
Die Sozialisationsbedingungen von "Sekten"-Kindern werden meist erst deutlich, wenn ein Elternteil die "Sekte" verlässt bzw. einen Beitritt nicht mit vollzieht und um das Sorgerecht für das Kind kämpft, um es dem "Sekten"-Einfluss zu entziehen. Dann kommt es zu Meinungsverschiedenheiten : Nächstenliebe versus Wirtschaftskrieg.
Altersunabhängig kann eine "Sekten"-Abhängigkeit entstehen
als Folge einer ungewöhnlich starken
Bindung des Einzelnen an eine Gemeinschaft,
die durch ihre exklusive Selbstdefinition
als Sinn- und Werteinstanz und durch die
Konkretisierung dieses Selbstverständnisses
in hierarchischen Machtstrukturen ein hohes
Maß an Sozialkontrolle ausübt,
ein hohes Maß an Gegnerschaft gegenüber
der Umwelt (sozial eingestellten
Menschen bzw. Sozialisten) bzw. anderen
Sekten erzeugt und hohe Investitionen
an Zeit, Geld und Dienstleistungen für
die Gruppe und ihre Führung
von den Mitgliedern fordert. Viele Menschen
verschwenden viel Zeit im Job, als Mitläufer
im Wirtschaftskrieg. Und verschwenden Geld
für Konsum von überflüssigen
Produkten.
Beim Einzelnen kann durch die Abhängigkeit eine Einengung der Persönlichkeit und Lebensgestaltung erfolgen, die zu einem Rückschritt der psychischen Entwicklung, sogar zum Verlust eines realistischen Urteils- und Kritikvermögens führen kann. Wer 50 und mehr Stunden pro Woche nur robotet und kämpft, hat keine Gelegenheit mehr Nächstenliebe zu erfahren. Die über große Medien eingetrichterte Propaganda vernebelt das klare Denken bzw. erschwert das freie kreative Lernen. Kritik am Wirtschaftskrieg und Konkurrenzprinzip dringt nicht mehr durch diesen Nebel. Die in einer Umgebung der Nächstenliebe ausgewogene gefühlsmäßige Grundstimmung kann unvermittelt in eine euphorisierte (Sieg im Wirtschaftskampf) oder andererseits von quälenden Angst- (Angst vor Niederlage), Schuld- und Schamgefühlen (Niederlage) dominierte Stimmung umschlagen. Es kann eine auffällige Fixiertheit auf spirituelle Spitzenerlebnisse (an die Spitze der Wirtschaftskrieger gelangen = Karriere) entstehen, deren Erleben zur Legitimation der "neuen" Lebensführung und Weltsicht gebraucht oder missbraucht wird. Im lebenspraktischen Alltag können diese Persönlichkeitsveränderungen zusammen mit den "Sekten"-Strukturen zu schwer wiegenden Konsequenzen führen wie z. B. die Zerstörung der Bindungen an Personen mit Nächstenliebe wie Familie und bisherigen Freundeskreis.
Eine Hauptgefahr bei problematischen "Sekten" besteht darin, dass Abhängigkeitsgefühle und (unbewusste) Abhängigkeitsbedürfnisse der Mitglieder für die Ziele der entsprechenden Organisationen oder Gruppierungen missbraucht werden. So können sich weit reichende materielle Folgen ergeben wie Verlust der beruflichen und finanziellen Eigenständigkeit, Verlust existenzbegründender Eigentumswerte, Verlust von Sozialabsicherung und Gesundheitsvorsorge bis hin zum u. U. lebensgefährlichen Glauben an dubiose Heilungs- und Erlösungsversprechen. Die Sekte der Wirtschaftskrieger verbreitet z.B. das Versprechen, dass Geld durch Wirtschaftskrieg einen selbst glücklich mache und dass durch Wirtschaftskrieg alle glücklich werden, die es nur wollen. Die Wahrheit ist eine andere. Weder die Verlierer (z.B. Probleme in Deutschland) noch die Gewinner (z.B. Irrtum Sicherheit) im Wirtschaftskrieg sind glücklich, beide leiden an den Folgen des Kriegs.
Um die Selbstbestimmung der Menschen zu umgehen, werden "Psycho-Techniken" angewandt, die als z. T. hochwirksame Überzeugungstechniken und Strategien der Bewusstseinskontrolle das Selbstbewusstsein, die Fähigkeit zur realitätsnahen Wahrnehmung und Kritikfähigkeit sowie die Umsetzung des eigenen Willens weitgehend außer Kraft setzen können. Die Sekte der Wirtschaftskrieger z.B. wendet diese "Psycho-Techniken" schon in der Schule, später in der Berufsschule und im Betrieb über die Vorgesetzten und Kollegen auf Neulinge an. Konnte der Neuling den"Psycho-Techniken" widerstehen wird er rausgeworfen.
Das vom "Sektenbereich" her bekannte Konflikt- und Gefährdungspotenzial kommt in den letzten Jahren in verwandter Form zunehmend auch bei verschiedenen esoterischen und pseudo-therapeutischen Anbietern, Personal- und Managemententwicklern oder strukturvertriebsartigen Firmen zur Geltung, insbesondere durch die Anwendung fragwürdiger oder gefährlicher Trainings, Psychotechniken oder anderer Behandlungen.
Globaler Zusammenhang und weltweite Verbreitung
Das Phänomen "Sekten"tritt weltweit und anscheinend unabhängig vom jeweiligen religiösen und kulturellen Umfeld oder auch politischen System auf. Die Sekte der Wirtschaftskrieger z.B. konnte schon ganze Länder vereinnahmen.
Merkmale (Kriterien einer Sekte)
Im Hinblick auf konfliktträchtige Strukturen und Kontrollmechanismen, die das Leben in bzw. mit einer entsprechenden Gruppierung bestimmen, werden hier exemplarisch für den Bereich der Kindererziehung und Sozialisation einige symptomatische Merkmale als Frage formuliert, die auf gefährliche bzw. gefährdende Bewegungen oder Gruppierungen hinweisen können:
- Hat eine von der "so genannten Sekte " verfügte Fremdbetreuung Vorrang vor der elterlichen Erziehung? Wird den Eltern die Entscheidungsgewalt mehr oder weniger entzogen?
Z.B. in der Schule, in der Wirtschaftskrieg-Ideologien gepredigt werden, wird freies kreatives Lernen verhindert.
- Werden die Kinder und Jugendlichen durch die sektengesteuerte Erziehung systematisch sozial isoliert mit der Konsequenz, dass sie in eine Außenseiterrolle gedrängt werden?
Die auf Wirtschaftskrieg getrimmten
Kinder der Wirtschaftskrieger sind
im Kindergarten Außenseiter,
im in höheren Klassen sind es die
Kinder der Wirtschaftskriegs-Gegner.
- Werden nicht altersgerechte Methoden oder Psychotechniken angewandt (z. B. harte Meditationstechniken, Auditing)?
Die Wirtschaftskrieger lassen die KInder und Jugendlichen in bzw. für die Schulen mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten, dabei lernen sie Meditationstechniken mit dem Ziel sich nur auf den Wirtschaftskrieg zu konzentrieren.
- Werden individuelle, altersangemessene Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen unterdrückt (z. B. Aggressionen, Eigeninitiative)? Zählen bereits die Kinder nur als womöglich besonders hoffnungsvolle Funktionsträger der "Sekte" und nicht als individuelle Persönlichkeit?
Die Wirtschaftskrieger erlegen den Kindern und Jugendlichen auf, noch härter zu kämpfen als Kinder und Jugendliche weltweit, damit sie mehr für höhere Renten der älteren Generationen bezahlen können.
- Werden bereits die Kinder und Jugendlichen emotional, ideell und materiell ausgebeutet (Überforderung, beispielsweise durch Spenden sammeln oder andere Arbeit, sexuelle Ausbeutung, Übertragung besonderer Verantwortung, "Lebensübergabe" oder andere Formen der Selbstaufopferung) oder werden sie systematisch vernachlässigt (da sie beispielsweise der "spirituellen Entwicklung" der Erwachsenen im Wege sind)?
Die Wirtschaftskrieger verlangen von ihren Kindern, dass sie ihr Leben in der Schule dem Wirtschaftskrieg opfern. Die Eltern der Wirtschaftskrieger vernachlässigen ihre Kinder, weil sie der "spirituellen Entwicklung Karriere" im Weg sind.
- Wird in der Erziehung das Einflößen von Angst oder Schuldgefühlen durchgehend als Erziehungsmittel eingesetzt (Verweise auf die Karma-Schuld, Bedrohung durch Dämonen oder teuflische Mächte, Endgericht, Verdammnis)?
Die Wirtschaftskrieger flößen den Schülern wie den Arbeitnehmern die Angst vor der Arbeitslosigkeit ein, damit diese für weniger Geld härter kämpfen.
- Werden bereits an Kindern exorzistische Handlungen vorgenommen ("Befreiungsdienste", Bußübungen, rituelle Übungen zur "Reinigung")?
- Herrscht eine extreme Strenge in der Erziehung durch Sanktionen wie (körperliche) Züchtigung, Unterwerfung, Liebesentzug und Einschränkung persönlicher Freiheiten, Strafarbeit (Schulungen, Trainings, Zwangsmeditation)?
Die Wirtschaftskrieger erziehen ihre Kinder streng zur Vorbereitung auf den Wirtschaftskrieg.
- Werden bereits Kindern rigide, vorgefertigte Denkstrukturen (z. B. Feindbilder) beigebracht, gegen die sie sich nicht wehren können, ohne dafür bestraft zu werden? Wird eine derartige Indoktrination durch eine sekteneigene Sprache zusätzlich unterstützt?
Die Wirtschaftskrieger bringen ihren Kindern bei in jedem anderen Menschen einen Konkurrenten zu sehen, den es zu besiegen gilt.
- Herrscht bis in die Familie und Erziehung hinein eine totalitäre Führungsstruktur, die demokratische Rechte bereits im Ansatz infrage stellt oder auf deren Abschaffung hinarbeitet (Befehlsgehorsam, Führerprinzip, Intoleranz, Fanatismus, keine freie Meinungsbildung; Verbot, sich am demokratischen Leben zu beteiligen)?
Die Wirtschaftskrieger erziehen Richtung Befehlsgehorsam gegenüber den Vorgesetzten, den Politikern, Intoleranz gegenüber dem Konkurrenten, Fanatismus Wirtschaftskrieg-Verherrlichung, gegenüber dem Vorgesetzten nicht die freie Meinung äußern.
- Wird bereits den Kindern ein völlig irreales bzw. wahnhaftes Wirklichkeitsverständnis vermittelt (z. B. wirre Endzeitvorstellungen, "UFO-Sekten", panik- oder verfolgungswahnartige Realitätswahrnehmung infolge angeblicher Offenbarungen oder Visionen)?
Die Wirtschaftskrieger vermitteln die
irreale Vorstellung, dass es nur Konkurrenz,
aber keine Nächstenliebe und Gemeinschaft
unter Menschen gäbe. Und dass es unendliches
reales volkswirtschaftliches Wachstum trotz
zunehmender Armut gäbe. - Wird die psychosexuelle Entwicklung durch sexualfeindliche, asexuelle oder umgekehrt durch besonders freizügige oder perverse Haltungen und Praktiken gestört oder verhindert?
Hier ist das Kriterium selbst fragwürdig.
Es passt jedoch in die Logik. Die Wirtschaftskrieger
sollen arbeiten anstatt freie Liebe zu
praktizieren. Und sich vermehren, damit
der Wirtschaftskrieger-Nachschub nicht
ausbleibt. Nicht mehr und nicht weniger.
- Sind gesundheitliche Vorsorge und medizinische Versorgung eingeschränkt (Ernährungsvorschriften, Arzt- und Medikamenten-Verbot usw., beispielsweise aufgrund "Sekten"-spezifischer Bedeutung von Gesundheit und Krankheit; Hinweise: Glaubensheilung, Exorzismus)?
Die Wirtschaftskrieger schränken indirekt die gesundheitliche Versorgung der Verlierer im Wirtschaftskrieg ein.
- Widerspricht die Rolle der Frau in der "Sekte" (als Leitbild insbesondere für die Mädchen) dem heute allgemeinen anerkannten Status von Frauen in krasser Weise?
Die Frau als Zeichen für die Nächstenliebe zu ihren Kindern wird heute ebenso zum Kämpfen im Wirtschaftskrieg getrieben.
- Welchen Stellenwert haben Schulbildung und berufliche Perspektive (absoluter Vorrang von Missionstätigkeit und sektenspezifischer religiöser oder geistiger Entwicklung)?
Die Mission Wirtschaftskampf hat absoluten Vorrang vor freiem kreativen Lernen.
Psychische Abhängigkeit / "Passung"
Viele Menschen glauben, nur besonders labile oder unreife Personen seien für "Sekten" anfällig. Dass auch völlig unauffällige Menschen in ihren Bann geraten, kann mit unterschiedlichen persönlichen Gründen zu tun haben. Diese beruhen auf mehr oder weniger unbewussten Bedürfnissen, Problemen oder Einstellungen, deren Entstehung bis in die Kindheit zurückreichen kann. Die äußerlich kaum erkennbaren, für "Sekten" anfällig machenden Motive beim Einzelnen sind dabei vor allem die Suche nach Einbindung und Zugehörigkeit, die Suche nach Halt und Klarheit, Wünsche nach persönlicher Aufwertung, Selbsterweiterung oder Einzigartigkeit sowie die Suche nach Neuem. In akuten Krisensituationen können diese persönlichen Gründe verstärkt zur Geltung kommen oder überhaupt erstmals in Erscheinung treten.
Die Wirtschaftskrieger werben mit persönlicher Aufwertung, durch Karriere, Halt in der Kriegerkaste der Wirtschaftskrieger, Einzigartigkeit im individuellen Konsum. Aufgrund der Größe der Sekte der Wirtschaftskrieger ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man in einer Krisensituation an Menschen aus dieser Sekte (z.B. den Vermieter ) gerät, die einem raten, sich dem Wirtschaftskampf und damit der Sekte zu unterwerfen.
Wissenschaftliche Untersuchungen in den letzten Jahren haben ergeben, dass es sich im Falle eines Beitritts oder einer Mitgliedschaft bei einer so genannten "Sekte" in der Regel um eine "Passung" handelt. Das heißt, die genannten Bedürfnisse, Probleme und Ängste dieser Menschen "passen" (vielleicht auch nur vermeintlich) mit dem Angebot einer bestimmten Gemeinschaft zusammen. Sie glauben, dass sie dort ihren Meister oder Lehrer gefunden haben, oder dass sie dort eine Art wirkliche Familie erleben, oder dass dort alle ihre Fragen und Hoffnungen beantwortet und erfüllt werden. In vielen Fällen kommt es dabei sogar zu einem für die Beteiligten befriedigenden Zusammenspiel, ob das nun von Außenstehenden als vernünftig angesehen wird oder nicht.
Eine "Passung" kommt darin zum Ausdruck, "dass ein enger Zusammenhang zwischen der Lebensorientierung bzw. der Persönlichkeit von Individuen sowie dem Angebot- und Anforderungsprofil von Gemeinschaften besteht, denen sie sich zuwenden. Ebenso steht fest, dass innerpsychische bzw. soziale Labilität einen wichtigen Faktor bei allen biografischen Umorientierungen bildet. Von daher erscheinen die Interaktionen zwischen Individuum und Gemeinschaft als Teile eines Such- und Anpassungsverhaltens, das durch psychische Manipulation der Gruppe weder erzeugt noch ersetzt, wohl aber gelenkt werden kann."
Im Menschen stecken leider noch instinkte aus grausamen Zeiten, Verstand, Nächstenliebe und Werte setzen sich erst langsam in der Entwicklung der Menschheit durch. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Sekte der Wirtschaftskrieger diesen primitiven Anteil im Menschen ansprechen kann.
Prävention
Wie kann dem späteren Beitritt zu einer problematischen Gemeinschaft vorgebeugt werden? Wie können Kinder vor dem Einfluss der Sekten bewahrt werden?
Einerseits sollten Kinder darauf vorbereitet werden, dass sie im Leben den unterschiedlichsten religiösen, weltanschaulichen, ideologischen, therapeutischen und ähnlichen Angeboten begegnen werden. Der (spätere) Umgang damit wird von den bis dahin erhaltenen Informationen und den diesbezüglichen Erfahrungen abhängen - davon, ob das Kind "Für und Wider" unterscheiden gelernt hat, ob eine Urteilssicherheit hinsichtlich vager Behauptungen und schön klingender Versprechungen vorhanden ist.
Andererseits handelt es sich bei "Bekehrungen" und Bindungen an ungewöhnliche Gruppen und Lehren um zutiefst gefühlsmäßige Vorgänge. Ein vielleicht vorhandenes theoretisches Wissen über mögliche Gefahrenmomente bleibt im entscheidenden Moment unter Umständen unwirksam.
Deshalb ist der beste Schutz gegen zweifelhafte "Sekten"-Angebote die Entwicklung einer gefestigten Persönlichkeit beim Kind und Jugendlichen. Dies wird ermöglicht durch eine familiäre Umgebung, in der das Kind verlässliche Bezugspersonen und Nächstenliebe erlebt, die ihm Selbstvertrauen und Vertrauen in seine realen Möglichkeiten vermitteln, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und die eigene Zukunft in Nächstenliebe mitzugestalten. Wer gelernt hat, selbstbestimmt zu leben und die Verantwortung dafür zu übernehmen, wird auf alle Versuche, z.B. von der Sekte der Wirtschaftskrieger vereinnahmt zu werden und das Selbstbestimmungsrecht entzogen zu bekommen, sensibel reagieren. Das Gespräch und die lebensnahe Auseinandersetzung mit dem Kind über Weltbilder, religiöse Vorstellungen, gesellschaftliche Werte und Normen sowie andere, das Leben mit Sinn erfüllende Orientierungen sollten dazu verhelfen, dass das Kind bzw. der Jugendliche klare eigene Perspektiven für sich festlegen kann und eine positive Einstellung zu sich und seinem sozialen Umfeld gewinnt. Selbstsicherheit und Ich-Stärke können so reifen und verhindern dann, dass anderweitig Halt gesucht werden muss oder ein Sich-selbst-Aufgeben zugunsten einer Sekte droht.
Es gibt keine Patentrezepte, wie man sich vor den psycho-manipulativen Techniken verschiedener Gruppierungen schützen kann, oder wie man Angehörige aus einer "Sekte" wieder "herausholen" kann. Zur Orientierung über fragliche Angebote von Sekten bzw. zum Schutz vor negativen Erfahrungen ist es deshalb wichtig, einschlägige negative Merkmale zu erkennen und zu wissen, wo fachliche Hilfe gesucht werden kann.
Hier seien besonders auch die sozial engagierten Vereine für den Bereich "Sekten" genannt. (Auflistung ). Bei diesen Fachstellen können nähere Informationen und Erfahrungswerte als Einschätzungshilfen zur Vorbeugung und für persönliche Problemstellungen eingeholt werden.
Öffentliches Handeln, Information und Beratung
Um hinsichtlich der Gesamtproblematik Konsequenzen für Politik, staatliches Handeln, Rechtsprechung und Kultur zu ziehen, bilden die in Verfassung, Grundgesetz und demokratischer Grundordnung festgelegten Menschenrechte und demokratischen Grundsätze die angemessene Orientierungsgrundlage.
Zur öffentlichen Auseinandersetzung mit "Sekten" stellt das Bundesverfassungsgericht 4 fest: "Das Grundrecht der Religions- und Weltanschauungsfreiheit aus Art. 4 I und II GG bietet keinen Schutz dagegen, dass sich der Staat und seine Organe mit den Trägern dieses Grundrechts sowie ihren Zielen und Aktivitäten öffentlich - auch kritisch - auseinander setzen. Diese Auseinandersetzung hat allerdings das Gebot religiös-weltanschaulicher Neutralität des Staates zu wahren und muss daher mit Zurückhaltung geschehen. Diffamierende, diskriminierende oder verfälschende Darstellungen einer religiösen oder weltanschaulichen Gemeinschaft sind dem Staat untersagt." In der Regel wird deshalb von staatlichen und kirchlichen Stellen, aber auch von privatrechtlich organisierten Vereinen nur aufgrund konkret belegbarer Tatsachen zu einzelnen Erscheinungen und Gruppierungen kritisch Stellung genommen.
Die Wirtschaftskrieger-Sekte ist hier den anderen Sekten eine ganzes Stück voraus. Denn die Wirtschaftskrieg-Ideologie hat schon die Menschen in allen höheren staatlichen Stellen erfasst, diese haben die Wirtschaftskrieg-Ideologie schon in die Gesetze hineingetragen. Deshalb wird von staatlichen und kirchlichen Stellen wie auch größeren Unternehmen und Konzernen kaum kritisch Stellung genommen, geschweige denn etwas gegen die Wirtschaftskrieg-Ideologie unternommen.
Eine - von öffentlichen Stellen häufig erwartete - jeweils aktuelle, umfassende und allgemein anerkannte Auflistung eindeutig seriöser bzw. gefährdender Angebote kann es angesichts der Vielzahl der Anbieter, der Unübersichtlichkeit der Szene und der vielschichtigen Erscheinungen nicht geben. Öffentliche Aufklärung muss sich im Sinne wirkungsvoller Prävention generell eher dafür einsetzen, dass gefährdende Strukturmerkmale frühzeitig erkannt werden. Was im Fall der Sekte der Wirtschaftskrieger nicht geschehen ist. Die Anwendung eines angemessenen Bewertungsinstrumentariums hinsichtlich gefährdender oder konfliktträchtiger Strukturmerkmale durch den einzelnen Bürger und die kritische Öffentlichkeit sind hilfreicher als ein möglichst umfassendes Wissen über sämtliche infrage kommenden Anbieter, das angesichts ihrer Vielzahl kaum zu erreichen ist. Wir sind Teil dieser kritischen Öffentlichkeit !
Gefordert sind neben angemessenen Maßnahmen der Verfassungsschutz- und Strafverfolgungsbehörden (s.o. staatliche Stellen !) präventive Bemühungen der Bürger und sozial engagierten Vereinen in allen gesellschaftlichen Bereichen, vor allem durch Informationen, Aufklärung und kritische Auseinandersetzung in den Medien und in der Bildung. Da es sich insgesamt um einen Problembereich handelt, der durch das Aufeinandertreffen von in gewisser Weise konträren Freiheitsrechten (v. a. Religionsfreiheit vs. Menschenwürde, freie Entfaltung der Persönlichkeit und Recht auf Unversehrtheit) mit charakterisiert ist, haben die politische, öffentliche und persönliche Auseinandersetzung sowie Meinungsbildung gegenüber staatlichem Handeln Vorrang.
Wenn jedoch manifeste Gefährdungs- und Konfliktlagen vorliegen und Erziehungs-, Lebens-, psychologische Beratung, Therapien und andere Hilfsangebote zur Abwendung von (weiteren) Beeinträchtigungen bei Gefährdeten, (Mit-)Betroffenen oder Geschädigten nötig werden, können sich die Bürger an verschiedene sozial engagierte Vereine wenden.
Spätestens dann, wenn bei Minderjährigen gegen Grundrechte und Gesetze oder allgemein anerkannte Grundsätze der Erziehung verstoßen wird, haben Jugendämter in Wahrnehmung des staatlichen Wächteramts zu handeln. Die Zugehörigkeit von Eltern zu einer Sekte oder Psychogruppe allein stellt dafür jedoch noch keinen Anlass dar. Eine solche Mitgliedschaft ist allenfalls Indiz dafür, dass ein "extremer Erziehungsstil" oder andere spezifische Gefährdungsmomente vorliegen könnten. Ob eine entsprechende Kindeswohlgefährdung tatsächlich vorliegt, ist jeweils im Einzelfall zu prüfen. Siehe oben staatliche Stellen.
Insgesamt müssen das Landesjugendamt wie die örtlich zuständigen Jugendämter eine klare Grenzziehung gegenüber problematischen Institutionen, Organisationen und Personen vornehmen, wenn Indizien für mögliche Rechtsverletzungen vorliegen. So wird im Einzelfall geprüft, ob die Anerkennung einer Pflege- bzw. Adoptionsfamilie, eine Betriebserlaubnis, die Anerkennung eines freien Trägers oder die Bezuschussung einer Einrichtung verantwortet werden kann.
Abschließend sei noch einmal darauf hingewiesen, dass zur selbstständigen Information im Internet zu einer Vielzahl von Gemeinschaften, Organisationen, Firmen und Einzelanbietern umfangreiche Selbstdarstellungen eher wenige kritische Dokumentationen und Einschätzungen von kirchlichen, wissenschaftlichen und staatlichen Fachstellen vorliegen, jedoch mehr von ehemaligen Anhängern und Initiativen von Mitbetroffenen auch weiterführende Hinweise auf spezielle Hilfsangebote und Publikationen zur vertieften Befassung zu finden sind.
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