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Inhaltsübersicht :
- Gründe für Rauswurf
- Folgen nach Rauswurf
- Was könnte man gegen bzw. nach Rauswurf tun?
jeweils so untergliedert :
Teil 1. Psychologische und bildungspolitische Gründe
Teil 2. Bildungspolitische und wirtschaftspolitsche Gründe
Teil 3. Wirtschaftliche und wirtschaftspolitsche Gründe
Teil 1.Psychologische und bildungspolitische Gründe
Welche Typen von Schülern oder Mitarbeitern sind aus welchen psychologischen Gründen besonders von Rauswurf bedroht?
Typ 1.0 Vermeidende Verweigerung
Typ 1.1 Bewältigung von Beziehungsangst und Leistungsmisserfolg, berufliche Überforderungs- und Opferthematik
Typ 1.2 Bewältigung von außerberuflicher Überlastung, Thematik familialer Ressourcen- und Unterstützungsschwäche mit Überlagerung der Lernbereitschaft durch Lebensprobleme. Wobei nicht nur Probleme in Familie oder Beziehung mit dem Lebenspartner eine Belastung darstellen, sondern auch umgekehrt schulisch-berufliche Belastungen Beziehungen in ihrer Qualität belasten. Details siehe ChancenUngleichheit.
Typ 1.3 Bewältigung von Sinn- und Identitätssuche, Thematik der Suche nach gegenkultureller Eigenständigkeit.
Typ 2.0 Aktionistische Verweigerung
Typ 2.1 Aggressive Bewältigung von Identitätsbedrohung durch Vergeltung, Thematik früher biographischer Verwundung mit Missachtung von Grundbedürfnissen
Typ 2.2 Protest und Autonomiebeweis, Jugendkulturelle Differenz-, Oppositions-, Ablösungs-, Grenz- und Autoritätsthematik.
Typ 3.0 Kalkulierter Totalausstieg
Typ 3.1 Einsicht in unerträgliche, sinn- und chancenlose Verhältnisse, Thematik des Totalausstiegs durch Kosten-Nutzen-Erwägungen
Typ 3.2 Motivational heterogen konstelliertes Resultat eines Kulturbruchs für Jugendliche nichtdeutscher Herkunft, Thematik von Marginalisierung und Chancenlosigkeit mit Identitätsdiffusion
Literaturhinweis :
Karlheinz Thimm : Schulverweigerung - Zur Begründung eines neuen Verhältnisses von Sozialpädagogik und Schule. Münster : Votum-Verlag, 2000.
Kommentar :
Auf über 600 Seiten wird (leider nur für Sozialwissenschaftler) gezeigt, was in und um Schule alles falsch gemacht wird.
Teil 2. Bildungspolitische und wirtschaftspolitsche Gründe
Das jetzige Ausbildungssystem geht zu stark an der Persönlichkeit der Schüler und den Wünschen der Arbeitgeber vorbei.
a) Wünsche der Auftraggeber
Wer als Arbeitgeber die besten Produkte (bzw. Dienstleistung) anbieten will, der braucht das auch bei der Konkurrenz vorhandene grundlegende Wissen und dazu neues Wissen zur Optimierung. Das grundlegende Wissen ist bei viel mehr Arbeitnehmern vorhanden als die Individualbildung und Kreativität für die Optimierung der Produkte. Bei der Stellenbeschreibung z.B. des Konstrukteurs ist die Kreativität die wichtigste Qualifikation, die man belegen können muss.
Betrachten wir dazu unser Schulsystem.
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Schulart / Bildungsart
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Allgemeinbildungsanteil
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Berufsbildungsanteil
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Individualbildungsanteil - Kreativität
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Allgemeinbildend
Grund-, Haupt-, Realschule, Gymnasium
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Sehr hoch. Zentrale Fächer : Mathematik und Fremdsprachen
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Sehr gering
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Sehr gering
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Berufsschule
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Gering
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Hoch
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Gering
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Job
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Wenig gefragt
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Mittel gefragt
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Spezialisten stark gefragt
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Ca. 10 Jahre lang sollen die Schüler berufliche und individuelle Interessen weitestgehend vernachlässigen, also fast "völlig ausblenden" und allgemeinbildende Interessen "völlig einblenden". Und dann wundert man sich, wenn die Schüler keine Ahnung haben, was sie beruflich werden wollen. Eigentlich kein Wunder, denn Sie fahren ja auch erst mehrere Autos Probe, bevor Sie sich für eines entscheiden. Wer nicht genügend Berufe ausprobiert hat, kann gar nicht wissen, welcher Beruf ihm am besten gefällt. Es verwundert deshalb nicht, dass das Interesse an der blind ausgewählten Berufsbildung nicht von null auf hundert steigt. Ganz nebenbei soll falls vorhandene allgemeinbildende Interessen weitestgehend "ausblendet" werden. Letztlich treffen die Jugendlichen mit Allgemeinbildung und Berufsbildung auf einen Arbeitsmarkt auf dem eben nicht das gefragt ist, was jeder kostenlos an Schulen gelernt hat, sondern wo das wertvoll ist, was nur einzelne aufgrund spezieller Situationen in Beruf oder Privatleben können und wissen.
Wünsche der Schüler
Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Motivation nicht sehr hoch ist, weil erstens die Aussicht auf einen normalen Job zu klein ist und zweitens viel zu wenig Bezug zwischen allgemeinbildenden Lerninhalten auf der einen Seite und Individualbildung und Berufstätigkeit auf der anderen Seite hergestellt werden kann und damit die Lerninhalte als wertlos einstuft werden. In unseren Worten :
1. Dieses Schulsystem geht ständig an der Persönlichkeit der Schüler vorbei, d.h. vorbei an den speziellen Bildungswünschen, die die Sorte Belehrer bzw. der Allgemeinbildungsplan nur als "störend" empfinden.
2. Und mißachtet obendrein die Wünsche der Arbeitgeber, die sich nicht Klone, sondern individuelle, kreative Mitarbeiter wünschen.
Ein spezielles Problem Ausbildung versus Berufsausübung
Bestehen zwischen Lernen in der Ausbildung und anschließender Berufsausübung zu große Unterschiede, so wurde die Identitätssuche mißachtet. Was nutzt es einem, wenn man zwar die angestrebte Berufstätigkeit gerne ausüben würde, aber der Weg dahin einem gar nicht liegt? Man sich z.B. ungeeignet, unnütz oder sogar lästig empfindet? Oder umgekehrt die Ausbildung zwar mit Freude absolviert, aber der Beruf nicht passt oder nicht angestrebt wird? Z.B. zum Teil bei Psychologen und Lehrern.
Was im Bildungssystem zu ändern ist, lässt sich allgemein beschreiben mit Finden der Berufung. Vermutlich wird diese Diskussion am ehesten an konzeptionell flexiblen Privatschulen gelingen, die privaten Grundschulen überholen wohl nicht umsonst gerade die staatlichen Grundschulen.
Teil 3. Wirtschaftliche und wirtschaftspolitsche Gründe
1. Steuerung durch Unternehmensseite
Aufgrund der Entwicklung von Computern, Robotern, Schiffen, Flugzeugen und der Arbeitnehmer anderer Länder kann nun die Mittelschicht in Mitteleuropa durch Rauswurf in die Unterschicht abgedrängt werden. Kapitalbesitzer steigern somit das Angebot an Konkurrenz in Form von Maschinen und Menschen anderer Länder, wodurch die notwendige Menge an Arbeit und ihr Wert in den nächsten Jahren drastisch sinken soll.
Landet zuviel von dem, was ein Kunde in Deutschland ausgibt, in den Händen von Aktionären (hohe Rendite), Firmenbesitzern (hohe Gewinne) und Banken (Firmenkredite, hohe Zinsen für die Anleger), wird ein normaler Arbeitnehmer als Ausgleich gekündigt.
1a. Nebeneffekt Steuerung durch "Leistungssträger"
Der Einsatz von Computern, Robotern, Schiffen, Flugzeugen führt dazu, dass die Nachfrage nach Experten für Technik und globalen Handel steigt. Landet zuviel von dem, was ein Kunde in Deutschland ausgibt, in den Händen von leitenden Angestellten (steigendes Gehalt) landet, wird zur Finanzierung dessen ein normaler Arbeitnehmer als Ausgleich mit allen Tricks gekündigt. Wie viele normale Arbeitnehmer könnten umgekehrt von einem Konzernvorstandsgehalt bezahlt werden ...
2. Steuerung druch Kundenseite
Zur Zeit sind die Produkte aus dem mittlerweile nur noch mittelmäßigen Industriestandort Deutschland noch weltweit gefragt. Von Jahr zu Jahr steigen die Kunden jedoch um auf die bei fast gleicher Qualität um über 70% günstigeren Produkte aus China oder anderen Schwellenländern um. Landet zuviel von dem, was ein Kunde in Deutschland ausgibt, in den Händen von Firmen im Ausland (steigende Aufträge), wird ein normaler Arbeitnehmer als Ausgleich gekündigt.
3. Zusammenfassung
Von dem, was ein Kunde in Deutschland an Euro ausgibt, kann kein normaler Arbeitnehmer mehr eingestellt werden, wenn ein zu großer Anteil davon in den Händen von Aktionären (hohe Rendite), leitenden Angestellten (steigendes Gehalt), Firmenbesitzern (steigende Gewinne) und Banken (Firmenkredite, hohe Zinsen für die Anleger) oder Firmen im Ausland (steigende Aufträge) landet.
Falls denn überhaupt noch etwas an Produkten oder Dienstleistungen gekauft wird, weil man lieber für die Rente spart, auch wenn man nicht weiß, ob man die als gestresster Arbeitnehmer oder Selbständiger überhaupt noch erlebt. Ab 50 Jahren steigt die Anzahl derer, die das Zeitliche segnen stark an.
Kurz : Der Geldstrom hin zu den normalen Arbeitnehmern in Deutschland wird immer schmaler. Die Mittelschicht stirbt aus. Die Zweiklassengesellschaft kommt.
Und mit jeder weiteren Kündigung steigt der Konkurrenzdruck auf die noch Arbeitenden. Mit humaner gleichmäßiger Verteilung von bezahlter Arbeit (Kurzarbeit), sinkt der Druck, den ein Arbeitgeber auf Arbeitnehmer ausüben kann. Angebot und Nachfrage!
Folgen nach Rauswurf ?
Rauswurf ohne Alternativen ist Diebstahl und schwere Körperverletzung.
Nicht nur die Betroffenen, sondern alle Menschen reagieren mit Isolation.
Die Erfahrung aus dem Bereich von Gegnerschaft und Gewalttaten zeigt, dass es für die Betroffenen die beste Therapie ist, anderen Menschen zu helfen, die auch von Egoisten auf diese Weise geschädigt worden sind.
Was könnte man gegen bzw. nach Rauswurf tun?
Teil 1.Psychologische und bildungspolitische Möglichkeiten
Für alle, die Lernende sind oder in ihrem Umfeld haben, lohnt sich ein Blick auf unsere Seiten zur Betreuung von Lernenden, hier mehr für Autodidakten, hier mehr schul- und hochschulpädagogisch orientiert, hier mehr sozialpädagogisch orientiert.
Teil 2. Bildungspolitische und wirtschaftspolitsche Möglichkeiten
Bitte beachten Sie, dass in der Wirtschaft schon lange gilt : Ein Trainer, der die Ziele, Wünsche (und Fähigkeiten) der Lernenden missachtet, ist ein schlechter Trainer. Während in der staatlichen Schule die Lernwünsche einfach mit Verweis auf Lehrpläne abgelehnt werden. Dazu muss man wissen, dass die Normierung eine Sparmassnahme ist, die sich bei Kreativität und Leistung eines ganzen Landes rächt. Individualbildung hebt einen Arbeitnehmer aus der Masse heraus und macht ihn erst interessant. Erst wenn wir alle unsere Persönlichkeiten entsprechend ihrer Persönlichkeit fördern, sind wir ein starkes Land mit starken Menschen. Die Förderung der Individualbildung stärkt die Persönlichkeit, ein höheres Selbstwertgefühl wirkt Beziehungsangst entgegen.
Wie sollen Lehrer die Individualbildung der Schüler fördern, wenn sie selbst nur genormt wurden? Nicht ausreichend genormte Lehrer werden im Referendariat rausgeworfen. Die Gleichberechtigung von Allgemeinbildung (Pflicht) und Individualbildung (Kür) brauchen wir somit auch in der Ausbildung der Lehrer.
Siehe Teil 1 und Teil 3
Teil 3. Wirtschaftliche und wirtschaftspolitsche Möglichkeiten
Für alle, die auf Erwerbsarbeit angewiesen sind und ihren Einfluß als Konsument und Wähler (Steuergesetzgebung) geltend machen wollen lohnt sich ein Blick auf unsere Wirtschaftspolitikseiten hier
Ein spezielles Beispiel : Vom Privatmann zum Unternehmer. Jeder, der z.B. im Privathaushalt Dienstleistungen anderer Einzelpersonen annimmt kann zum Arbeitgeber werden. Aber gerade die Deutschen nutzen Dienstleistung eher wenig, sie machen möglichst alles selbst, sparen lieber jeden Monat und vergrößern ihr Vermögen. Hier ist jeder angesprochen, der mehr als das Durchschnittsvermögen bzw. -einkommen schon zur Verfügung hat.
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