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Eric Lennard Bernstein benötigte als Heerespsychiater ein schnelles praktisches Analyse-Verfahren. In die Therapieform hat vielfältige Wissensbereiche eingebaut, wobei die Verständlichkeit für die Kunden seiner nachfolgenden privaten Praxis erhalten bleiben sollte.
Während der Erwachsene nach Selbstverwirklichung und Wachstum (unter Beachtung der Bedürfnisse der anderen) strebt, strebt das Kind um des Überlebens unter Erwachsenen willens nach Macht über die Erwachsenen.
Strukturanalyse
Das Strukturmodell Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich, Kind-Ich erinnert an die Instanzen der Psychoanalyse.
Entwicklung von Kindern im Rahmen der Strukturanalyse
Das Strukturmodell wird sogar nochmal in sich selbst angewandt, um die Entwicklung von der Geburt bis zum Alter von 12 Jahren besser mit diesem Modell abbilden zu können. D.h. das spätere Kind-Ich wird verfeinert in das frühere Eltern-Ich, frühere Erwachsenen-Ich, frühere Kind-Ich. Alle Altersangaben sind Näherungswerte.
- spätere Erwachsenen-Ich (3 bis 6 Jahre)
Die von den Erziehungspersonen ausgesprochenen Regeln werden übernommen.
- spätere Eltern-Ich (6 bis 12 Jahre)
Die Informationen aus dem Kind-Ich und Erwachsenen-Ich und aus der Umwelt werden verarbeitet und münden in eine begründete Handlung.
- spätere Kind-Ich (0 bis 3 Jahre)
- frühere Eltern-Ich (8 Monate bis 3 Jahre)
Das Kind handelt und bewertet nach den Normen und Werten, zum Teil eigene, zum Teil die der Erziehungspersonen.
- frühere Erwachsenen-Ich (8 Monate bis 3 Jahre)
Das Kind erforscht spontan und kreativ die Umgebung.
- frühere Kind-Ich (0 bis 8 Monate)
Das Kind strebt danach, dass alle seine Bedürfnisse bedingungslos und sofort erfüllt werden.
Somit könnte man über die Instanzen sagen, zwischen 0 und 3 Jahren entwickelt sich das Es, zwischen 3 und 6 Jahren das Überich, zwischen 6 und 12 Jahren das Ich. Ab 12 Jahren sind somit alle drei Instanzen voll ausgebildet.
Gesunde und kranke Persönlichkeitsstruktur
Als krank stuft man Mischungen zwischen den verschiedenen Ich-Zuständen (Kind-Ich, Eltern-Ich und Erwachsenen-Ich) ein. Diese Trübung bildet wohl die Grundlage für Neurosen. Ebenso wenn wenn Kind-Ich oder Erwachsenen-Ich aus der Persönlichkeit verstoßen wird. Diese Abspaltung bildet wohl die Grundlage für Psychosen. Die Grenze zwischen krank und gesund (bzw. Trübung und Nichttrübung bzw. Abspaltung und Nichtabspaltung) ist auch in der Transaktionsanalyse fließend.
Die Unterscheidung beim Eltern-Ich zwischen fürsorglich / nährend versus kritisch, konstruktiv versus destruktiv zeigt das für Teamarbeit Wesentliche. Nicht nur Kritik kann destruktiv oder konstruktiv sein, auch Fürsorge.
Die Unterscheidung beim Kind-Ich zwischen frei und kreativ versus an Fürsorgemuster angepasst, konstruktiv versus destruktiv zeigt das für Herrschaft Wesentliche. Frei und kreativ wird hierbei nicht konstruktiv oder destruktiv gesehen, nur die Anpassung an Fürsorgemuster der Herrscher wird konstruktiv oder destruktiv gesehen. Die Anpassung an die Fürsorgemuster der humanistischen Elite ist konstruktiv, die Anpassung an die Fürsorgemuster der egoistischen Elite ist destruktiv für die Bürger.
Transaktionsanalyse i.e.S. bzw. Kommunikationsmodell
Beginnend bei einer Reaktion innerhalb der Reaktionskette zwischen zwei Menschen wird untersucht, von welchen der Ich-Zustände (siehe Strukturmodell) der eine eine Botschaft an welche Ich-Zustände des anderen sendet. Aus allen Möglichkeiten nur die wichtigsten Transaktionen.
Zeichnet man zwei Strukturmodelle, für jeden der zwei Menschen eines, und darin entsprechend der nachfolgenden Beschreibung Pfeile, so sind die Pfeile parallel bzw. kreuzen sich.
- Parallele Transaktionen
- Es reagiert der angesprochene Ich-Zustand
- Meist zwischen Gleichmächtigen oder bei gleichem Engagement und Wissen
Vom
Erwachsenen-Ich des einen zum
Erwachsenen-Ich des anderen und zurück
- Meist zwischen Ungleichmächtigen oder bei ungleichem Engagement und Wissen
Vom
Eltern-Ich des einen zum Kind-Ich des anderen und zurück
- Gekreuzte Transaktionen
- Es reagiert ein anderer als der angesprochene Ich-Zustand. Die Pfeile kreuzen sich nicht immer. Der andere akzeptiert somit nicht den eingeschlagenen parallelen Pfad des einen.
- Vom Eltern-Ich des einen zum Kind-Ich des anderen , zurück aber vom Eltern-Ich des anderen zum Kind-Ich des einen.
- Vom Eltern-Ich des einen zum Kind-Ich des anderen , zurück aber vom Erwachsenen-Ich des anderen zum Erwachsenen-Ich des einen.
- Verdeckte Transaktionen
- Hier handelt es sich um mindestens zwei Transaktionen, eine davon verdeckt, die andere vordergründig. Die eine Transaktion kann über Sprache, die andere über Körpersprache laufen, oder beide über Sprache, aber eine davon in der Sprache als Geheimcode versteckt.
- Eine gekreuzte und eine parallele Transaktion
- Zwei parallele Transaktionen
Die häufigen Transaktionsarten in einer Beziehung geben Indizien für die Rollenspiele beider.
- Beispiel Partnerschaft und humane Elite zu Masse
Der eine spielt in einem bestimmten Gebiet das Kind, der andere spielt (parallele Transaktion) den Erwachsenen.
- Beispiel Elite-Masse-Beziehung
Der eine (egoistische Elite) spielt sich über das Eltern-Ich auf, aber der andere akzeptiert das nicht (gekreuzte Transaktion) und antwortet nicht als Kind, sondern als Erwachsener.
Spielanalyse
Unter Spiel versteht Berne eine Folge von verdeckten parallelen Transaktionen mit vorhersehbaren Ergebnis. Das Motiv ist ein oft unbewußter emotionaler Gewinn, z.B. Aufmerksamkeit oder Anerkennung. Falls keine positive, dann auch negative wie Gewalt und Beleidigung. Diese Gefühle sind oft Ersatzbefriedigung bzw. "Ersatz"-Gefühle für als Kleinkind nicht erlaubte Gefühle wie z.B. Weinen. Passend zu diesen Gefühlen gibt es Glaubenssätze als Bestandteil des Lebensplanes. Die Ersatzgefühle und Glaubenssätze zusammen ergeben für den Selbst-Sucher eine Art Wiederholungszwang, ein Indiz für eine neurotische Strategie. Vergleiche den Charakterpanzer und Muskelpanzer in der Vegetotherapie, es erfolgt keine Anpassung mehr an die jeweilige sich verändernde Lebenslage.
Es gibt viele Spiele, meist werden dieselben gut beherrschten Spiele bzw. Rollen gespielt. In den von Berne dargestellten Spielen finden sich meist drei Rollen. Ein Opfer, ein Täter und ein Retter. Entsprechend Unterlegenheit, Macht, also insgesamt MachtUNgleichheit und aktive Machfairteilung.
Aus Furcht davor, das eigene Leben selbständig und selbstverantwortlich zu gestalten wird ein Spiel gespielt, das Spiel bzw. der Vorwand "Wenn du nicht wärst, dann könnte ich mich frei entfalten" . Dazu sucht der Spieler einen Mitspieler, dessen Spiel dazu passt.
Der Mitspieler wird für das Mitspielen auf den ersten Blick eher nicht belohnt, z.B. im konkreten Spiel "Wenn du nicht wärst" wird er noch beschuldigt. Und wird aufgrund dieser Schuldgefühle dem Spieler sogar noch z.B. materielle und soziale Vorteile einräumen. Die Opferrolle des Spielers (Kind-Ich) wird somit belohnt, wenn der Mitspieler als Helfer (Eltern-Ich) nicht erkennt, dass der Spieler kein Opfer, sondern nur ein Schauspieler ist.
Allerdings wird der Mitspieler das Spiel auf Dauer durchschauen und nicht länger mitmachen, außer er hat auch einen emotionalen Gewinn dadurch. Zur obigen gespielten Hilflosigkeit beim Spieler passt z.B. das Überlegenheitsgefühl beim Mitspieler. Zum Sadisten passt der Masochist.
Dieses konkrete Spiel ist nicht zu verwechseln mit echter Hilfe für wirklich Hilfebedürftige, z.B. von Reichen für fast chancenlose Arme aufgrund von ChancenUNgleichheit.
Der Spielanalyse fehlt das Systemdenken (Mitspieler) und die zeitliche Dynamik.
Skriptanalyse bzw. Lebensplananalyse
Der entwickelte Lebensplan hängt ab von
- Lebenseinstellungen
- Indoktrinationen der Erziehungspersonen
- Handlungs-Rezepte
Lebenseinstellungen
Hier geht es darum, wie man sich selbst und andere bewertet. Während vor der Geburt alles o.k. ist, ist es das nach der Geburt nicht unbedingt. Durch die Hilflosigkeit bzw. die Bedürftigkeit empfindet sich das Kind als nicht o.k. Lässt dann irgendwann die Pflege der Erziehungspersonen nach, so empfindet das Kind auch andere als nicht o.k. Durch Engagement, Glauben und Denken kann bewußt die Wertung erfolgen, dass man selbst und andere o.k. sind.
Indoktrinationen der Erziehungspersonen
Wer geistig noch nicht weit genug ist, um sich selbst zu erkennen, der glaubt anderen, von denen er glaubt, dass sie weit genug sind. Für das Kind sind diese anderen die Erziehungspersonen, für Selbst-Sucher sind das die Psychotherapeuten.
Handlungs-Rezepte
Sie entstehen vor allem durch Modelllernen (von Erziehungspersonen), zweitens über körpersprachliche Informationen, aber auch durch Tipps von den Erziehungspersonen, die meist aus deren vergangener individueller Lebenserfahrung stammen und daher für das Kind teils hilfreich sind und teils seine eigene Entwicklung behindern. Die körpersprachlichen und die sprachlichen Informationen können sich auch widersprechen, indem zwar gesagt wird, das Kind solle sich engagieren, aber durch ablehnende Körpersprache gezeigt wird, dass das Kind die Ziele durch sein Engagement nicht erreichen wird.
Grundlegende Beispiele für Handlungs-Rezepte
- Engagiere Dich
- Strebe Perfektion an (arbeite an Deinen Schwächen)
- Strebe das Wohl aller an
Therapie
Schritt 1 Analyse
In der Strukturanalyse wird nach zu großen Spaltungen und Trübungen gesucht. In der Lebensplananalyse werden Lebenseinstellungen, Indoktrinationen der Erziehungspersonen und Handlungs-Rezepte des Selbst-Suchers erforscht. Und das Wesentliche in einer Transaktionsanalyse untersucht und festgehalten.
Schritt 2 Stärkung des Erwachsenen-Ich
Ein gestärktes Erwachsenen-Ich hilft gegen Trübungen und Abspaltungen, siehe Strukturanalyse. Der Betreuer bietet dem Selbst-Sucher andere (ideale) Lebenseinstellungen und Handlungs-Rezepte und Alternativen zu den Indoktrinationen als Information an, die er mittels eigener Entscheidung als neuen Lebensplan übernehmen kann. Wenn der Selbst-Sucher sich dem Betreuer anvertraut, weil der Betreuer ihn stützt und schützt, dann kann der Betreuer zu Stufe 2 übergehen, falls Stufe 1 nicht ausreichend wirksam war.
- Stufe 1
- Erklärungen, Illustrationen
- Zuwendung
- Stufe 2
Therapeutische Imperativ
- Konfrontationen
- Provokationen
- Ermahnungen
Das Ziel der Intervention in der Transaktionsanalyse ist es (siehe Lebenseinstellungen), dass jeder auf dem schwierigen Weg von drin nach draußen letztlich ein gutes Selbstwertgefühl und Gemeinschaftsgefühl (siehe Individualpsychologie) bekommt. Und dass schädliche Indoktrinationen der Erziehungspersonen und Handlungs-Rezepte des Selbst-Suchers durch geeignete bessere ersetzt werden.
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