|
Instanzen der Psyche
In den Instanzen spiegelt sich das Zentrale für jeden Menschen : Ich als Mensch auf der einen Seite, die anderen Menschen bzw. die Gesellschaft auf der anderen Seite. Vergleiche auch die Strukturanalyse der Transaktionsanalyse.
1. Es
Der eigene Körper verlangt nach Luft, Nahrung etc. Diese eigenen körperlichen Bedürfnisse (Grundbedürfnisse) und Wünsche ungeachtet der anderen Menschen werden "Es" genannt.
2. Überich
Die Bedürfnisse und Wünsche der anderen Menschen spiegeln die anderen Menschen. Da es sich um viele Menschen handelt, kommen diese Bedürfnisse und Wünsche der anderen
bei mir nicht mehr als einzelne Bedürfnisse und Wünsche an, sondern vereinfacht gesagt als Durchschnittswerte, auch Normen genannt. Bei Kindern läuft dieser Informationsfluß über die Eltern. Die Gesellschaft besteht vereinfacht aus der Elite und der Masse. Umso treudoofer die Masse ist, umso mehr bestehen diese Normen aus den Wünschen der Elite. Die Bedürfnisse und Wünsche eines so starken Gegenübers (Elite und Masse) gut zu kennen ist sinnvoll, so wie man die Bedürfnisse und Wünsche seiner Eltern und seiner Geschwister oder seines Chefs und seiner Kollegen gut kennen sollte. Am besten so, dass man nicht groß nachdenken muss. Deshalb wurden die Bedürfnisse und Wünsche der Elite und Masse verinnerlicht. Genannt das Überich. Sinnvollerweise werden die Bedürfnisse und Wünsche der anderen nicht erst bei oder nach der Ausführung bzw. Tat, sondern auch schon vorher beachtet. D.h. der Zensor (z.B. Moral) verhindert die Ausführung rein egoistischer Taten, schon aus Selbstschutz, denn wer austeilt, sollte auch die Reaktion der Gesellschaft einstecken können.
3. Ich
Die Aufgabe des Ich ist es, "Es" und "Überich" zu erkennen und dann diplomatisch für einen Kompromiss zwischen den eigenen Bedürfnissen und Wünschen und denen der anderen zu sorgen. Bei Orientierung am Wohl aller wird dieser anders ausfallen als bei überwiegend egoistischer Orientierung.
Drei Bereiche des Bewusstseins
1. Das Bewusste
Jeder kennt das Bild vom Engelchen und Teufelchen, was auf unserer Schulter sitzt. Bei den Egoisten gewinnt immer das Teufelchen, bei denen, die allen Schwachen helfen, das Engelchen. Siehe die Foren vom Projekt
Freies Kreatives Lernen. Teile der Bedürfnisse und Wünsche von sich selbst oder den anderen und die Kompromissfindung sind also offensichtlich bewußt.
2. Das Unbewusste
Da unsere Taten sich aber oft auch nicht mit dem, was uns bewußt ist, erklären lassen, deutet das daraufhin, dass andere Teile der Bedürfnisse und Wünsche von sich selbst oder den anderen unbewußt sind. Man würde sie leugnen, aber man handelt dennoch danach.
3. Das Vorbewusste
Eine Zwischenstufe zwischen Unterbewusstsein und Bewußtsein. Folgende Analogie dient nur dem Verständnis. Bei einem Rechner gibt es eine Festplatte und einen Hauptspeicher (RAM). Das Bewußte entspricht dem RAM, das Vorbewusste dem lesbaren Teilen der Festplatte, das Unterbewusste dem nicht lesbaren Teilen der Festplatte, die erst mit spezieller Technik lesbar gemacht werden können. Allerdings mit dem Unterschied, dass man sich eventuell aktiv gegen diese Technik wehrt.
Trieblehre
Zum Es gehören nicht nur Wünsche, sondern auch Kräfte, damit man sich die Wünsche erfüllen kann. Diese Kräfte werden auch Triebe genannt.
Alle wenn auch verschiedenen Triebe lassen sich nach Freud auf zwei gegensätzliche Grundtriebe zurückführen. Dualismus. Eros und Thanatos, der Liebes- und der Todestrieb. Eros dient der Arterhaltung und Selbsterhaltung durch Verbinden von Elementen. Thanatos dient dem Lösen der Verbindungen zwischen den Elementen.
Aufgestaute Energien (Konflikt, Bildung neurotischer Symptome )
Konflikte
Sie bestehen grundlegend aufgrund gegensätzlicher Positionen, z.B. zwischen den unterschiedlichen Kräften im Es, oder zwischen Überich und Es.
Vom Ich durch Abwehrmechanismen (s.u.) verdrängte - Verlierer im Konflikt - Wünsche bzw. Libidobesetzungen des Es behalten ihre Energie. Diese Energien können nicht auf dem vorbestimmten Weg umgesetzt werden, also finden sich andere Wege. Wird der Abfluß der Energie durch bestimmte Abwehrmechanismen zu stark gebremst, wird der Mensch geistig und eventuell dann dadurch auch körperlich krank.
Positiver Fall :
Abwehrmechanismus Sublimation : Im Idealfall kann diese Energie für sinnvolles Denken und Handeln genutzt werden. Z.B. für Nächstenliebe, Mitgestalten, Selbstliebe (Gesundheit, Liebe, Existenz) etc.
Ansonsten ist es zumindest gut, wenn diese Energie einfach einen Ausgang findet. Z.B. bei aggressiven Impulsen Schreien im Wald, Boxen auf Boxsack.
Negativer Fall :
In diesem führt sie zu neurotischen, also psychischen oder konvertierten somatischen (körperlichen) Symptomen. Die zum Teil dafür sorgen, dass der Zufluss an negativer Energie gestoppt wird, zum anderen Teil über emotionale Ansteckung etc. den Zufluss negativer Energie von außen (Fehlverhalten des einen führt zu Fehlverhalten des anderen) noch erhöhen. Es geht hier somit um den Schutz des Es. Anders formuliert : Neurotische Symptome sind eine Abwehr gegen einen unbefriedigenden Kompromiss zu Lasten des Es, bzw. um das Gleichgewicht zwischen Überich und Es wiederherzustellen.
Beispiele Psyche
Hysterisches Schreien, aggressives Verhalten
Beispiele Körper
Gehörsturz, um Verletzendes nicht mehr hören zu müssen.
Menschen neigen dazu, emotional negative Erlebnisse immer wieder aus dem Speicher zu holen und erneut zu durchleben. Dieser Wiederholungszwang und Phänomene wie Gewalt gegen sich oder andere erschien Freud als Todestrieb.Thanatos. Aber vielleicht wäre nicht ideale Problemlösungsstrategie treffender. Die Wiederholung, die Energie verbraucht, und der Tod, der die Energie des Körpers vernichtet, ist jeweils eine Lösung für das Problem des Energiestaus. Das Zurückhalten des Energiestaus macht nach Freud krank.
Phasen der Entwicklung der Libido
Libido wird die Energie für die Kraft (Triebe, s.o.) des Eros genannt. Unter Sexualleben versteht Freud Lustgewinn aus Körperzonen bzw. die Organisation der Libido.
- Orale Phase
Ca. erste Lebensjahr. Saugen und Beißen. In der ersten Hälfte geht es um Nahrungsaufnahme, Objekte sind die Nahrung und die Mutterbrust. In der zweiten Hälfte geht es über in Autoerotismus, z.B. Daumenlutschen.
- Anale Phase
Zweite bis dritte Lebensjahr. Das Geben oder Verweigern von Ausscheidungen.
- Phallische Phase
Vierte bis sechste Lebensjahr. Konzentration auf die Genitalien.
- Latenzphase
Ausbildung sozialer Antriebe.
- Genitale Phase
Erst ab der Geschlechtsreife bzw. Pubertät geht es zumindest unterbewußt in erster Linie um Fortpflanzung.
Ödipuskomplex in der phallischen Phase
Der erste Konkurrent im Leben um das Objekt Vater bzw. Mutter ist für den Jungen der Vater, und für die Tochter die Mutter. Der ödipale Wunsch wird verdrängt. Jung sprach beim Mädchen vom Elektrakomplex.
Ist ein umstrittenes Konzept. Jungen sollen demnach zuerst davon ausgehen, dass alle Menschen wie er ein männliches Geschlechtsorgan haben. Die Angst vor dem Verlust von den Lust-Objekten im weiteren Sinne ist dann hier eine Kastrationsangst. Diese wird traumatisch genährt durch den Anblick einer Frau, die dieses nicht besitzt, also im kindlichen Denken "kastriert" ist. Bei Mädchen könnte man ähnlich konstruieren, aber aufgrund der zum großen Teil nach innen verlagerten Geschlechtsorgane ist die Verlustangst wohl nicht so groß.
Neid und Eifersucht sind zwei grundlegende Kategorien von Konkurrenz. Der Neid des Mädchen auf den Lustgewinn des Jungen nennt Freud Penisneid, der Neid des Jungen auf das Mädchen ist nicht vorgesehen.
Die Objekte
Während bei den Phasen das Augenmerk mehr auf dem eigenen Körper lag, kann man es auch auf die Lust-Objekte richten, also Personen oder Gegenstände. Nachfolgend geht es um sich selbst als Objekt. Selbstliebe.
- Autoerotismus (primärer Narzissmus)
Die Selbst-Befriedigung. Es wird kein anderes Objekt außer der eigene Körper benötigt. Bsp. Daumenlutschen oder Masturbation. Stark ausgeprägt in der Zeit, wo es nur ein Es gibt, also vor der Ausbildung des Überich und Ich. Jeder steht als Säugling auf der untersten moralischen Stufe.
- Narzissmus (sekundärer Narzissmus)
Das Ich (Psyche) wird nach Ausbildung des Ich zum lustvollen Objekt.
Dem Autoerotismus folgt die Objektlibido mit der oralen, der analen und der phallischen Phase. Der Lustgewinn wird durch die jeweilige erogene Zone und Objekte (Menschen, Gegenstände) erzielt. Die Objekte (Fetische) werden auch Fixierungen genannt. Der Vorgang, sich selbst als Objekt teilweise durch andere Objekte zu ersetzen wird Besetzung genannt.
Aufgestaute Energien - Bezug zur Libido - und Abwehrmechanismen
Der erste Verlust ist der Verlust des intrauterinen Lebens in der Mutter. Kälte statt Wärme. Keine ständige Versorgung (ohne Pause) mehr. Die nachfolgenden Phasen der Libido verlaufen nicht so klar abgegrenzt, sondern fließend, sie überlagern sich
Hemmungen in der psychischen (psychosexuellen) Entwicklung
Wenn eine Phase der Libido nicht richtig abgeschlossen wird.
Regression (Abwehrmechanismus)
Ungelöste Konflikte in einer besimmten Phase können zu irgendeinem späteren Zeitpunkt bewirken, dass man in bestimmten Situationen zu einer der früheren Phasen zurückkehrt.
Regressionen auf bestimmte Phasen erklären bestimmte psychische Störungen.
Regression auf die infantile
- phallische Phase erklärt die Hysterie und Angstneurose,
- anale Phase erklärt die Verfolgungs- und Zwangsneurose,
- spätere orale Phase erklärt die Depression
- frühere orale Phase erklärt die Schizophrenie
Fixierung (Abwehrmechanismus) und Typen von Persönlichkeiten
Dann ist der Wunsch ständig stark, sich so zu verhalten wie in dieser Phase üblich. Dieser ständige Wunsch prägt die Persönlichkeit besonders in Situationen, wo Krisenbewältigung nötig ist.
- Ständig in oraler Phase
Depression, Schizophrenie, niedrige Frustrationstoleranz, fordernde Passivität.
Krisenbewältigung : Triebhaftes Essen, Trinken, Rauchen, Sprechen.
Das Hineinstopfen ist kein Ersatz für Liebe etc.
- Ständig in analer Phase
Verfolgungs- und Zwangsneurose
Krisenbewältigung : Zwanghaftes sauber und ordentlich halten. Das Streben nach Unabhängigkeit (z.B. Machiavellisten), andererseits aber doch sehr abhängig von Anerkennung (Narzissten) aus Angst vor Verfolgung durch andere.
Finanzielle Macht durch Nehmen von zu viel und Anerkennung für einzelne Leistungen sind kein Ersatz für Liebe für die ganze Person. Wer sich überdurchschnittlich viel nimmt, macht sich unbeliebt und ungeliebt. Hier zeigt sich : Infantiles, frühkindliches Verhalten ist egoistisch, und umgekehrt.
- Ständig in phallischer Phase
Hysterie und Angstneurose
Krisenbewältigung : Impulsiv, risikobetont, um die Ängste zu verbergen.
- Schlechte Bewältigung des Ödipuskomplex
Sexuelle Probleme
Differenzierung je nach Objekten (vgl. oben)
- Autoerotismus (eigene Körper)
- Schizoid, andere werden idealisiert
- Resignation, Hass, Zynismus, Depression, Depersonalisation
- Narzissmus (eigene Psyche)
- Angeben, Exhibitionismus, süchtig nach Anerkennung
Verdrängung (Repression)
Unerwünschte Es-Impulse, die mit dem Überich in Konflikt geraten, also ein Gefühl von Schuld, Scham oder Verlust von Anerkennung (Selbstwertgefühl) hervorrufen, werden durch Ich und Über-Ich zum Teil unbewusst in das Unterbewusstsein verdrängt. In Träumen können sie wieder wahrgenommen werden.
Unterdrückung (Suppression)
Bestimmte Gedanken, Handlungen und Wünsche bewusst unterdrücken.
Vermeidung
Auslöser für bestimmte Gedanken, Handlungen und Wünsche vermeiden. Z.B. keine potentiellen Partner mehr treffen.
Reaktionsbildung / Gegenkraft
Die gegenteilige Kraft (Trieb) hält die zu schwächende Kraft klein. Mitleid bremst Aggressive Impulse. Genau das Gegenteil von dem tun, was man sich wünscht, z.B. Angst statt Risikoverhalten. Eventuell mit Wechsel von aktivem Verhalten zu passivem Verhalten.
Isolierung
Der Wunsch wird von der übrigen Psyche isoliert.
Verleugnung
Bestimmte Gedanken, Gefühle, Wünsche, Verhaltensweisen vom Speicher löschen, ausblenden.
Projektion (Kontaktstörung)
Bestimmte eigene Gedanken, Gefühle, Wünsche, Verhaltensweisen werden dem anderen zugeschrieben und vor sich selbst verleugnet. Das Erkennen der Projektion gibt Hinweise auf verleugnete Persönlichkeitsteile. Vergleiche Kontaktstörungen in der Gestalttherapie.
Introjektion / Identifikation (Kontaktstörung)
Bestimmte Gedanken, Gefühle, Wünsche, Verhaltensweisen anderer werden in die eigene Psyche aufgenommen und ersetzen eigene. Vergleiche das Vorbildlernen mit seinen Vor- und Nachteilen. Nachteile : Vergleiche Kontaktstörungen in der Gestalttherapie.
Ersetzen des Objekts durch sich selbst (Kontaktstörung)
Man ersetzt das Objekt durch sich selbst. Vergleiche Kontaktstörung Retroflektion in der Gestalttherapie. Beispiel 1 : Anstatt die Aggression gegen den Täter (Objekt) zu wenden, wird die Aggression gegen sich selbst gewendet,
um die Beziehung zu dieser Person nicht zu gefährden. Beispiel 2 : Anstatt jemand anders zu lieben, liebt man sich selbst.
Abheben ins Abstrakte / Intellektualisierung
Indem man sich in Abstraktionsbildung und Theorie flüchtet, ohne dieses Wissen für die Lösung der praktischen Probleme nutzen zu wollen. Z.B. bei Anblick von Personen, die in ihrem Leid als psychische Belastung erlebt werden. Diese Theorien haben eventuell eine verborgene emotionale Bedeutung für die Person. Das Flüchten in die Theorie ist nicht zu verwechseln mit dem notwendigen Wechsel zwischen Theorie und Praxis zur Optimierung der Praxis und der Theorie. Vergleiche Abheben ins Rationale.
Abheben ins Rationale / Rationalisierung
Es ist davon auszugehen, dass nicht rational-logische Handlungsmotive die hauptsächlichen Beweggründe für Handlungen sind, sondern die emotionalen Handlungsmotive. Es werden
rational-logische Handlungsmotive als alleinige Beweggründe für Handlungen angegeben oder vorgeschoben. Emotionalen Handlungsmotive als Anteil an Entscheidungen werden ignoriert oder abgewertet. Das Flüchten in das Rationale ist nicht zu verwechseln mit dem notwendigen Wechsel zwischen Gefühl und Verstand zur Koordinierung beider Entscheidungssysteme. Nur für das Verständnis dient folgende Analogie : Rational (Überich), emotional (Es). Das Ich übernimmt die Koordinierung zwischen Überich und Es.
Vergleiche Abheben ins Abstrakte.
Positives Ersetzen / Sublimierung ("Basis des Fortschritts")
Umwandeln der Wünsche bzw. Umleiten der Energie dieser Wünsche in sinnvolle Wünsche, siehe oben positiver Fall für aufgestaute Energien.
Verschiebung
Bestimmte Wünsche in Bezug auf ein Objekt werden auf ein anderes Objekt verschoben. Z.B. den Spatz in der Hand anstatt die Taube auf dem Dach nehmen.
Spaltung (Persönlichkeitsspaltung ist Krankheit)
Inkompatible Wünsche werden auf mehrere Psychen (gespaltene Persönlichkeit) und Objekte (Verschiebung) verteilt.
Abwehr durch körperliche Symptome (gesundheitsschädlich)
Die Muster der Abwehrmechanismen zeigen sich im Geist (Charakterpanzer) und im Körper (Muskelpanzer), siehe Vegetotherapie.
Die unbewusste Bildung körperlicher Krankheiten.
- Scheinbare Krankheiten / Somatisierung.
Die angebliche körperliche Krankheit lenkt ab vom inneren psychischen Konflkitk.
- Reale Krankheiten / Konversion
Nicht vorgetäuschte Ohnmacht sorgt für eine Pause.
Abwehrmuster
Die häufig bzw. chronischen Abwehrmechanismen bilden das Abwehrmuster. Das Abwehrmuster zeigt sich im Charakterpanzer und Muskelpanzer. Charakter-Typen siehe Vegetotherapie.
Die therapeutische Situation
Das Zentrale ist das Finden eines besseren Kompromisses zwischen Überich und Es, nachdem das Verdrängte bewusst gemacht worden ist. Für einen besseren Kompromiss muss man die Wünsche beider Seiten möglichst genau kennen, z.B. für die Schnittmenge zwischen beiden Wunsch-Mengen.
Grundregel
Der Selbst-Sucher / Patient erklärt, alles so zu äußern wie es ihm spontan einfällt. Der Betreuer erklärt, dieses für sich zu behalten, sichert Diskretion zu.
Abstinenzregel
Der Betreuer soll nicht dem "Verlangen nach libidinöser Befriedigung" nachkommen, d.h. weder der Betreuer soll dem Verlangen des Selbst-Suchers durch Trösten oder Beraten nachkommen, noch soll der Betreuer seinem eigenen Verlangen durch Belehren nachkommen. Das sah Freud als förderlich für das Aufdecken an. Kann aber nach aktueller Meinung auch etwas freier ausgelegt werden in Richtung Lernen unter sozialpädagogischen Bedingungen.
Sonderbehandlung für Psychotiker
Der Psychotiker hat sich in seine Privatheit zurückgezogen. Nach Freud ist bei Psychotikern das Ich zu schwach für diese Aufgabe, bei Neurotikern aber ausreichend stark. Schafft der Betreuer es, mit dem Psychotiker eine gute enge freundschaftliche Beziehung aufzubauen, so kann auch bei dieser Persongengruppe die Psychoanalyse eingesetzt werden. Falls der Psychotiker zu viele schlechte enge und zu wenig bzw. keine gute enge freundschaftliche Beziehungen hatte spricht man auch von Nachsozialisation. Dabei weicht der Betreuer gezielt in einzelnen Aspekten von der strikten Auslegung der Abstinenzregel nach Freud ab. Der Betreuer übernimmt bestimmte Funktionen des Ich, während er das Ich des Selbst-Suchers aufbaut.
Setting
Förderlich für das Aufdecken ist es, wenn der Selbst-Sucher im Gespräch mit dem Betreuer diesen nicht sieht. Man kennt das Phänomen von Personen, die hinter Internet-Profilen oder Blechkarossen "versteckt" sind. Der Selbst-Sucher nimmt eine für ihn entspannende Haltung ein, die einen Liegen in einem Liege-Sessel, die anderen den Lotus-Sitz (Beine in einander geschlagen). Der Betreuer soll möglichst allen Kanälen des sendenden Selbst-Suchers gegenüber aufmerksam sein.
Methoden (Interventionen) in der Psychoanalyse
- Instruktionen
über die Methode der Psychoanalyse
- Deutungen
der Informationen aus dem Unterbewussten, z.B. von Träumen
- Konfrontationen
Rückspiegeln als Teil von Interpathie.
- Klärungen
Durch präzise Fragen konfrontierend "nachhaken".
- Wechsel von der Analyse zur Synthese.
- Durcharbeiten
Herstellen von Zusammenhängen.
- Rekonstruktionen.
Lücken im Gesamtbild des Konfliktes schließen
Zudecken oder Aufdecken von Traumata
Traumata sind vereinfacht verdrängte starke emotional negative Erlebnisse. Ob nun bewußt, im Traum oder unter Hypnose, Traumata lassen sich prinzipiell durch Erinnern mittels freier Assoziation (unzensiert) und Ausleben aufdecken oder durch Suggestion ("Du bist nicht krank, Du liegst an einem Strand, es ist warm, Du fühlst Dich wohl") zudecken.
Dem Aufdecken stehen Widerstände entgegen. Der Trainierende wehrt sich gegen das Bewusstmachen von und die Beschäftigung mit verdrängten Inhalten. Deshalb unser Satz : " Wir wünschen allen Besuchern die Kraft , die mehr oder weniger unangenehme Wahrheit über die Gesellschaft und vor allem über sich selbst ertragen zu können."
Traum und Deutung
Der Traum (Erleben) wird stark durch das Es gestaltet. Er enthält vergessene Szenen, zum Teil noch aus der Kindheit. Ob auch genetisch mitgelieferte Szenen unserer Vorfahren zum Teil dabei sind, ist umstritten.
Im Traum ist das Ich dennoch aktiv. Es verhindert, dass wir durch relativ starke Wünsche des Es (z.B. Hunger, Durst) aufwachen, indem es uns diesen Wunsch scheinbar - ähnlich dem virtuellen Bild und Ton des Computers - im Traum erfüllt. Werden die Wünsche zu stark, wachen wir dennoch auf. Dann können wir diesen Wunsch verdrängen oder unterdrücken.
Entwicklung vom Impuls des Es zum Trauminhalt
- Verschiebung
Ein Element einer Szene wird durch ein für uns emotional unbedeutendes Element ersetzt. Aus Streit mit einem bekannten unangenehmen Menschen hat wird im Traum Streit mit einem Unbekannten.
- Verdichtung
Mehrere Elemente werden zu einem Element zusammengepackt.
Mehrere Ideen oder Vorstellungen zu einem einzigen Bild verdichtet.
Aus Streit mit mehreren Personen wird Streit mit einer Person.
- Symbolisierung
Die Darstellung des Es durch eigene Symbole aus dem Denken der eigenen Kindheit (bis max. 6 J.), die man Jahre später als Erwachsener nicht mehr versteht.
Die Psyche der Menschen ist sehr unterschiedlich, deshalb gibt es keine allgemeinen Deutungsregeln. Die Deutung desTraums ist auch nicht die Hauptsache, sondern die Dynamik des Konflikts, speziell die individuell geprägten Abwehrmechanismen, also Abwehrmuster, und die Widerstände gegen die Arbeit an diesen Abwehrmustern.
Widerstand, Übertragung und Gegenübertragung
Wurde mittels der Symptombildung bzw. Verdrängung eine geringere psychische Belastung bzw. ein höheres Niveau erreicht, würde durch die Aufdeckung des Konflikts zwischen Es und Überich dieses höhere Niveau wieder verlassen. Dagegen wehrt sich der Selbst-Sucher. Auch wenn es darum geht, eine eventuell bessere Konfliktbewältigung zu finden und durch diese ein noch höheres Niveau zu erreichen, d.h. noch weniger psychische Belastung durch Lösen des Konfliktes ohne Symptombildung als unerwünschte Nebenwirkung.
Die Abwehr gegen die Aufdeckung entspricht meist den individuellen Abwehrmustern des Selbst-Suchers, somit bekommt der Betreuer durch den Versuch der Aufdeckung offensichtliche Hinweise auf die Abwehrmuster. Vergleiche die allgemeinen Abwehrmechanismen oben.
Übertragung
Der Selbst-Sucher zeigt dem Betreuer gegenüber Gefühle, die weniger auf der realen Beziehung zwischen Selbst-Sucher und Betreuer beruhen, sondern auf zum Teil beendeten Beziehungen des Selbst-Suchers zu Personen aus der Vergangenheit. Auch diese Gefühle sind wichtige Hinweise für den Betreuer über die Biographie (Geschichte der Beziehungen) und die aktuellen Muster der Psyche des Selbst-Suchers inklusive bestimmten vergangen Mustern, siehe Regression bzw. Fixierung. Außerhalb der Übertragung sind diese Gefühle und Handlungen Teile des Symptoms und sollen optimiert werden, sind also für den Betreuer wie auch andere Kontaktpersonen des Selbst-Suchers eher unangenehm.
Neurotiker (mit einem stärkeren Ich als die Psychotiker) erkennen im Betreuer eventuell die Erziehungspersonen, dadurch kann der Betreuer das Überich leichter übernehmen und aufbauen.
Gegenübertragung
Der Betreuer bzw. die Person, die der Selbst-Sucher in diesem gesehen hat, hat Gefühle im Selbst-Sucher ausgelöst. Genannt Übertragung. Entsprechend der emotionalen Ansteckung lösen die Gefühle des Selbst-Suchers auch Gefühle beim Betreuer aus. Genannt Gegenübertragung. Allerdings kann der Betreuer sich nicht sicher, was davon vom Selbst-Sucher gesendet wurde und was davon von seinem eigenen Inneren stammt. Deshalb sollte der Betreuer sich selbst vorher einer Psychoanalyse (Lehranalyse) unterzogen haben, damit er besser entscheiden kann, was aus seinem Inneren kommt und nicht aus dem des (noch nicht behandelten) Selbst-Suchers.
Übersicht Selbstfindung
Alle Methoden der Selbstfindung
Betreute Selbsterfahrung
Details zur betreuten Selbsterfahrung
Kontakt
Wie Sie mit uns Kontakt aufnehmen können.
Home
|