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Grundlagen
Zum besseren Verständnis siehe
Das kollektive Unbewusste / Traummuster
Unsere menschlichen Vorfahren haben sich schon immer mit den gleichen Problemen beschäftigt. Der Umgang mit Trieben bzw. Grundbedürfnissen, dem Problem von Gut und Böse, der Beziehung zwischen den Geschlechtern, den Problemen verschiedener Lebensalter, dem Umgang mit Unglück und Tod, Naturgewalten, der Beziehungen zum Transpersonalen und der Frage nach dem Sinn des Lebens. Und jedem Mensch und jeder Kultur heute stellen sich mehr oder weniger die gleichen Probleme.
Vielleicht ist der Wunsch mit den Armen fliegen zu können, dem Anblick von Raubtieren und Vögeln zu verdanken, um vor irgendwelchen Gefahren wie ein Vogel davon zu fliegen.
Nach Jung sind nicht alle Teile des Unbewussten eindeutig abhängig von eigenen Erfahrungen, manche Teile sind phylogenetisch vererbt und gehen auf Erfahrungen der Vorfahren der Menschen zurück. Diese Annahme basiert auf der Erkenntnis, dass sich bei Menschen ganz verschiedener Kulturen die gleichen Grundmuster von Träumen finden lassen, die schon in Mythologien beschrieben wurden. Diese Muster heißen bei Jung Archetypen. Kulturell übergreifend gibt es nach dem gleichen Prinzip der phylogenetischen Vererbung auch eine Kerngrammatik aller Sprachen. So wie jede Sprache dann ihre eigene Grammatik im Rahmen der Kerngrammatik hat, so ist auch jeder Traum jedes Menschen individuell im Rahmen der Grundmuster.
Urfiguren des Unbewussten
Das Auftauchen folgender Archetypen ist ein Hinweis des Unbewussten, die dahinter stehenden Eigenschaften in die Persönlichkeit zu integrieren anstatt sie zu verdrängen.
- Schatten und Held
Wer zu sehr Teile seiner Grundbedürfnisse (Es) verdrängt, dem erscheint der Schatten (Teufelchen), der die oder den Helden (Engelchen) verfolgt.
- Animus und Anima
Die Frau (und manche Männer) verdrängt das typische Männliche (Animus), der Mann (und manche Frauen) das typisch Weibliche (Anima).
- der oder die Weise
Wer die Sehnsucht nach Stärke und Weisheit eines anderen bzw. mehrerer anderer verdrängt, indem er sich selbst für unendlich stark und weise hält.
- Selbst
Wer Teile seiner Persönlichkeit verdrängt.
Der renommierte Doktor in Goethes "Faust" ist nur eine Maske, hinter der die Persönlichkeit Fausts verborgen ist. Das unentwickelte Selbst. Als er die bisher für lange Zeit verborgenen Anteile seiner Persönlichkeit ausbrechen lässt, also sein Leben ändert und die Maske fallen lässt, treten diese Persönlichkeitsanteile entsprechend stark hervor.
- Ungeheuer
- Meer
- Zauberer
- Paradies
Individuation
Betrachtet man die Entwicklung von Körper und Geist, so zeigt sich, dass der Körper mit ca. 18 bis 25 Jahren sein Maximum erreicht, die geistige Aufnahmefähigkeit ca. mit 30 Jahren. In der Aufwärtsphase im Leben bis ca. 25 bis 30 Jahre steigen die körperlichen und geistigen Kräfte, in der Abwärtsphase im Leben ab ca. 30 Jahre sinken sie.
Vergleicht man das große schnelle Auf und das große langsame Ab mit einem Warenlager, so ist man beim großen schnellen Auf damit beschäftigt die neuen Teile einzuräumen und kann sich wenig um die vorhandenen Teile kümmern, beim großen langsamen Ab kommt von außen kein ablenkender Input hinzu und man kann sich deshalb voll auf die vorhandenen Teile bzw. den langsamen Verlust derer konzentrieren. Beim großen Auf kann man sich darauf konzentrieren, welche Ziele sich in der Welt mit den größeren Kräften erreichen lassen. Diese Kräfte bilden die formen die Maske, das Bild nach außen. Die anderen Kräfte führen ein Schattendasein. Beim großen langsamen Ab kann man sich voll darauf konzentrieren, wie sich die vorhandenen sinkenden Kräfte optimieren lassen. Also auch auf die Kräfte im Schatten. Maske und Schatten kollidieren.
Teil 1 Initiation in die äußere Wirklichkeit (Auf-Phase)
+ Entwicklung einer Funktion zur superiore Funktion (s.u.)
+ Entwicklung des Ich (siehe Psychoanalyse )
+ Entwicklung der Maske, d.h. der Teil der Persönlichkeit, der Kontakt zur Außenwelt hat.
Teil 2 Initiation in die innere Wirklichkeit (Ab-Phase)
+ Entwicklung durch das Erkennen des "Schatten", dieser umfasst
- Teile der Persönlichkeit hinter der Maske,
- das persönliche Unbewusste,
- die im Schatten liegenden weniger ausgelebten Funktionen, vor allem die inferiore Funktion,
- das kollektive Unbewusste.
Ektopsychische Funktionen (superiore / inferiore)
Das Hintergrundwissen zur Individuation und Entstehung von Neurosen.
- Wahrnehmungsfunktionen
Empfinden (Wahrnehmen im engeren Sinne) versus Intuieren (Wahrnehmungen von entfernten Orten bzw. zukünftigen Zeiten)
- Urteilsfunktionen
Denken (Logik) versus Fühlen (Wert von Objekten)
- Einstellungsweisen
Extraversion (an äußeren Objekten orientiert) versus Introversion (an eigener Psyche orientiert)
Die superiore Funktion ist die am stärksten ausgeprägte Funktion von den 6 Funktionen, die inferiore Funktion ist die dazu bipolare (auf der anderen Seite des "versus" stehend).
Neurosen
Eine Neurose entsteht dann, wenn eine inferiore Funktion ins Bewusstsein drängt oder durch von der Gesamtpsyche abgespaltene Teilbereiche.
Endopsychische Funktionen
Hintergrundwissen für die Traumarbeit. Denn über diese Funktionen erhält man Zugang zum Unbewussten.
- Gedächtnis
Verdrängtes oder Unterdrücktes steht zwar nicht mehr in der CPU bzw. im RAM, aber es steht noch auf der Festplatte.
- Abweichungen von der Maske
Wenn wir nicht konsequent nach unserer Maske handeln, sondern
durch den Einfluß des Schattens von der klaren Linie der Maske abweichen. Die Abweichungen lassen Rückschlüsse auf den Schatten zu
- Im Affekt
Wenn der Verstand die Kontrolle verliert, bekommt man über die Emotionen Zugang zum Körper bzw. Es (siehe Psychoanalyse ).
- Einbrüche
Wenn das Unbewusste ins Bewusstsein einbricht, z.B. in der Phase künstlerischer Inspiration.
Therapie
Der Betreuer soll die "psychische Schattenseite" (Teufelchen) "moralisch vorurteilsfrei" annehmen.
Die Neurose bzw. die Symptome werden nicht direkt behandelt, sondern es wird die Selbstverwirklichung ganz allgemein gefördert, was dann indirekt auch die Neurosen behandelt. Vergleiche Sinn des Lebens.
Dass die Selbstverwirklichung beim Selbst-Sucher aktuell nicht optimal ist, liegt wohl daran, dass wichtige Informationen darüber, was man wirklich gerne tun würde, ins Unbewusste verdrängt wurden.
Traumarbeit
Im Traum lassen sich Hinweise finden, wie man die eigene Lage wirklich sieht und bewertet. Daraus lassen sich Schlüsse auf gewünschte Ziele ziehen und dann dafür Wege finden.
Eine Methode dazu ist die Amplifikation nach Jung. Selbst-Sucher und Betreuer versuchen aus allen kreativ ermittelten Interpretationen eines Traumes eine Gesamtinterpretation des Traumes zu erstellen.
In der in jungen Jahren zentralen Objektstufe geht es direkt um das Verhältnis zu anderen Objekten, meist Beziehungen zu anderen Personen. In der in älteren Jahren zentralen Subjektstufe geht es eher indirekt um diese Objekte, direkt um die eigene Persönlichkeit als Objekt im logischen Denken, also wie führe ich Beziehungen zu welcher Gruppe von Menschen.
Z.B. wie sieht die eine Art von moralische Beziehung zu Personen, die zum Wir gehören aus im Vergleich zu der anderen Art von der nicht der Moral unterworfenen Beziehung zu Personen aus, die man nicht zum Wir zählt. Dieser Personenkreis entwickelt sich innerhalb der moralischen Entwicklung.
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