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Namensverwechslung
Die zeitlich erste Individualpsychologie grenzt sich von der Sozialpsychologie ab und hat nichts gemeinsam mit der zweiten nach Adler.
Grundlegendes
Der Mensch muss ganzheitlich betrachtet werden, als Beispiel nicht nur den Körper, und nicht nur den Geist, sondern beides. Eine Analyse, die nur einzelne Aspekte des individuellen Menschen herausgreift, ist unvollkommen. Bei ganzheitlicher Betrachtung kommt man auch nicht umhin zu erkennen, dass jeder Mensch einzigartig ist.
Minderwertigkeitsgefühl und Geltungsstreben
Minderwertigkeitsgefühl
Alles, was einen im Kampf um etwas verlieren lässt, löst dieses Gefühl aus. Das fängt als Säugling damit an, dass man gegen die Erwachsenen verliert, weil man körperlich und geistig viel schwächer ist. Ebenso verliert man meist als jüngeres bzw. schwächeres Geschwister gegen das ältere bzw. stärkere Geschwister. Auch später verliert man aufgrund bestimmter Faktoren (Genetik, Beraterteam, etc), siehe "Chancengleichheit". Und bleibt dadurch auf den unteren Rängen der Wirtschaftskrieger-Gesellschaft.
Geltungsstreben
Um das Selbstwertgefühl zu stärken wird das Geltungsstreben stärker (Narzissmus).
Da jeder als "Schwächling" auf die Welt kommt durchläuft jeder das normale Minderwertigkeitsgefühl und Geltungsstreben im normalen Maß.
Manche Menschen überschreiten aber das Normalmaß deutlich. Besondere Beispiele sind Menschen, die durch eine Behinderung in ihrer beruflichen Leistung benachteiligt sind, und dann nicht direkt mehr, sondern etwas anderes tun, als die anderen. Z.B. der Stotterer, der sich besonders auf das Sprachtraining konzentriert, und Fernsehmoderator wird.
Manche erkennen den Unsinn und das Unmenschliche des Kampfes jeder gegen jeden und wollen nicht um Positionen oder Besitz kämpfen, sondern setzen sich für Gleichwertigkeit und Fairteilung ein. Das ermöglicht den Zugang zu der noch kleinen Gesellschaft der Humanisten.
Geschwister
Das Folgende gilt für den Kulturkreis, in dem sich nur wenige Erwachsene um ihnen "gehörende" Kinder kümmern. Es gilt nicht für fortschrittlichere Kulturkreise, in denen sich möglichst viele Erwachsene um möglichst wenige ihnen nicht "gehörende" Kinder kümmern.
- Das Älteste
gewinnt oft, denn es ist körperlich und geistig überlegen. Wie alle Bevorteiligten ist es wenig an einer Veränderung dessen bzw. allgemein an Veränderungen interessiert.
- Mittlere
Sie machen die Erfahrungen der anderen beiden teils teils. Sie sind einerseits die Verlierer, andererseits die Gewinner. Eine gute Vorbereitung für das Leben, indem man ständig gewinnt und verliert.
- Das Jüngste
verliert oft, denn es ist körperlich und geistig unterlegen. Es ist wie alle Benachteiligten an an einer Veränderung dessen bzw. allgemein an Veränderungen interessiert. Welcher Art diese Veränderungen sind, hängt vom Charakter ab, siehe z.B. Foren Engelchen oder Teufelchen.
Da jedoch das Alter alleine nicht immer sehr entscheidend ist, müsste man genauer das Älteste durch das Stärkste und das Jüngste durch das Schwächste ersetzen. Man denke nur an körperliche oder geistige Behinderungen, die das Verhältnis von Alter und Stärke stark verändern.
Lebensplan und Verhalten
Vom Abstrakten zum Konkreten : Lebensplan, Leitlinien, Lebensstil, Verhalten.
Der Lebensstil wird nach Adler ca. bis zum 5. Lebensjahr geprägt. Die Leitlinien und Lebensplan werden nach Adler entwickelt im Streben nach Mithalten können mit den Erwachsenen, das zeigt sich logischerweise als Streben nach Überlegenheit gegenüber Gleichaltrigen.
Bei Erwachsenen wird der Lebensstil auf zwei Weisen symbolisiert / dargestellt, aus der Kindheit stammend das primäre, später auch noch das sekundäre Bezugssystem.
- analog (kindlich)
bildhaft, subjektiv, vorurteilshaft (z.B. falsche Verallgemeinerung), extrem (emotional),
- digital (erwachsen)
sprachlich, intersubjektiv, logisch, vernünftig
Das kindliche Denken ist das des Egoisten in uns (Teufelchen), das erwachsene Denken ist das des an Fairteilung (Logik) interessierten Erwachsenen (Engelchen). Passend zur Entwicklung der moralischen Stufen.
Geminschaftsgefühl, Komplex und Symptome
Wirkende und Strebende in der idealen Gesellschaft
Den Sinn des Lebens sieht Adler darin, dass jeder aus dem Minderwertigkeitsgefühl heraus anstrebt ein vollwertiges Mitglied in einer zu verbessernden möglichst idealen Gesellschaft wird. Das Streben nach besonderen Fähigkeiten und Wissen ist förderlich, sofern diese in den Dienst der Gemeinschaft gestellt wird. Also z.B. die Energie in den Atomen sicher und umweltfreundlich gemacht wird und für alle zur bedarfsorientierten Verfügung steht, anstatt dass ein paar in der Elite der Egoisten die Weltherrschaft mittels Atomwaffen anstreben.
Psychisch gesund ist, wer Interesse für die Bedürfnisse der Schwachen zeigt und diese gleichberechtigt sieht. Der hat damit Gemeinschaftsgefühl im Sinne Adlers.
Fehl- / Entwicklung von Gemeinschaftsgefühl
Folgende Extrempositionen sind Fehlentwicklungen. Wie immer wird der Mensch durch sein eigenes Sein und das der anderen bestimmt.
Extrempositionen je nach Aktivität des Kindes und
Gesinnung der Mitmenschen zum Kind |
Kind sehr aktiv |
Kind wenig aktiv |
| Mitmenschen = Feindesland |
Nero |
Tölpel |
| Mitmenschen = Diener |
Star (Narzisst) |
Heimchen |
Nach Adler kann das Gemeinschaftsgefühl vor allem durch die ersten Erziehungspersonen (meist die Mutter) geweckt werden. Er unterscheidet, ob diese sich eher wie Feinde oder eher wie Diener dem Kind gegenüber verhalten. Die Mittelposition (gutes Gemeinschaftsgefühl) zwischen Feind und Diener führt zu einer gesunden Entwicklung. Haben die ersten Erziehungspersonen ein gutes Gemeinschaftsgefühl (Mittelposition), so entwickelt sich dieses auch beim Kind, analog für schlechtes Gemeinschaftsgefühl (Extrempositionen).
Der Unterschied zwischen den Extrempositionen und der Mittelposition ist unterschiedlich groß. Psychisch gesund wird das Kind, wenn der Abstand zur Mittelposition relativ klein ist, krank, wenn er zu groß ist.
Feindesland
Vermitteln diese ersten Erziehungspersonen dem Kind eher den Eindruck von "Feindesland" in Form von Hass, Vernachlässigung, zu große Strenge, so wird das Kind versuchen, so stark zu werden, dass es von seinen Erziehungspersonen bzw. Feinden unabhängig wird, es wird nur unzureichend Gemeinschaftsgefühl entwickeln, es wird ein Egoist, ein Machtmensch.
Das Verlierer-Kind, das körperlich oder geistig benachteiligte bzw. sogar behinderte Kind, empfindet sein Umfeld als Feindesland. Es strebt ebenso danach, Macht über andere zu bekommen.
In beiden Fällen wird es dann ein egoistischer Mensch ohne Mitleid für Schwache. Entweder in der Elite der Egoisten als Wirtschaftsboss oder Parteiboss. Oder in der Masse der Egoisten als mitleiderregender schwacher Tölpel. Masse oder Elite ist abhängig von der ChancenUNgleichheit Genetik und Beraterteam.
Diener
Wird das Kind von den Eltern von eigenem Training durch zu dienende Verwöhnung abgehalten bzw. in die Passivität getrieben, fühlt es sich abhängig von Anerkennung oder Hilfe der Mitmenschen.
Es wird ebenso ein etwas freundlicherer Egoist. Entweder in der Elite als Star, der nach viel zu viel Anerkennung süchtig ist, oder in der Masse als Heimchen, das Mitleid verlangt.
Überwertigkeitskomplex
Aus dem Eindruck von Feindesland oder eigener körperlicher bzw. geistiger Schwäche (Verlierer) entwickelt sich das starke Minderwertigkeitsgefühl im Gegensatz zum normalen Minderwertigkeitsgefühl. Aus dem zu starken Minderwertigkeitsgefühl wird bei Erwachsenen der Überwertigkeitskomplex. Beispiele sind Hitler, Mussolini, Größenwahnsinnige, die gottähnlich werden wollen. Anstatt sich Jesus als Vorbild zu nehmen. Weitere Beispiele sind alle heutigen Wirtschaftsbosse und Parteibosse und Kirchenoberhäupter, die behaupten näher an Gott zu sein als Gläubige oder Atheisten.
Fehlentwicklung und Krieg / Wirtschaftskrieg
Vereinfacht ist der Typ Nero das größte aktive Übel. Der Typ Star und Typ Nero arbeiten oftmals zusammen, die Masse hinter sich zu bringen. Indem der Star die Heimchen und der Nero die Tölpel anzieht, die sie unterstützen sollen oder zumindest passiv nur zuschauen wie die Starken die Schwachen "verprügeln". Bei allen ist das Teufelchen stärker als das Engelchen in ihnen. Nur bei denen, die in der Mittelposition aufgewachsen sind, ist ein gutes Gemeinschaftsgefühl vorhanden, das Engelchen stärker als das Teufelchen.
Symptome aus Fehlentwicklung
Die neurotischen Symptome bzw. Extrempositionen oben (Egoismus) sind ein bequemer Rückzug aus der Mitmenschlichkeit. Egoisten haben das Mitleid gegenüber Schwachen mehr oder weniger stark reduziert. Egoisten der Sorte dunkle Triade (Machiavellisten, Narzissten oder Psychopathen) sind deshalb besonders gefährlich. Sie denken und handeln in erster Linie für sich selbst, anstatt allen Schwachen zu helfen und dafür volle und sinnvolle Anerkennung zu bekommen. Diese volle Anerkennung bleibt dem Egoisten verwehrt, deshalb hat er sinnvollerweise ein Minderwertigkeitsgefühl. Die Symptome bzw. Extrempositionen sollen das ausgleichen, also verhindern, dass das Selbstwertgefühl sinkt.
Allen Extrempositionen gemeinsam ist, dass die Wirklichkeit über die Gemeinschaft verdreht wird, d.h. durch Fantasien und Fiktionen ersetzt werden. Für Egoisten ganz brauchbar ist die Fantasie wie "Jeder gegen jeden", die Millionen von Menschen übersieht, die sich in Wort, Tat und mit Geld für Schwache einsetzen. Diese "private Logik" (siehe oben Extrempositionen Nero, Star etc.) dieser Egoisten ist für die psychisch Gesunden nur schwer zu verstehen.
Diese "private Logik" hat sich aus einer individuellen Sichtweise über bzw. von seinem Geist und Körper (Individuum), von seinen Traumata (Erlebnisse, Freud), seinem nahen Umfeld (Milieu) entwickelt.
In dieser Logik ist es ein Gewinn, wenn andere ihre Bedürfnisse denen des Egoisten unterordnen. Aber auch in dieser Logik gibt es ein Ziel, was der Egoist verfehlen kann. Z.B. der größte Nero oder Star zu werden, der beste Tölpel, das beste Heimchen. Zusätzlich muss das Minderwertigkeitsgefühl aufgrund des Rückzugs aus der sozialen Verantwortung für Schwache versteckt werden. Also auch in dieser Logik gibt es Gefahren für das Selbstwertgefühl des Egoisten. Auch der Egoist leidet. Aber die durch Egoismus definierten Menschen von der Sorte Machiavellisten und Narzissten leiden weniger, da sie ihre psychotische Störung an den anderen ausleben können.
Psychotiker
Der Psychotiker hat sich in seine Privatheit zurückgezogen. Aus Narzissmus wird dann "Selbstvergottung".
Therapie
Therapie (Prävention)
Vorbeugend (Prävention) kann über das "Lehren der Lehrer" eine Multiplikator-Wirkung erreicht wird, wenn diese aufgeklärten Lehrer dann ihrerseits die Erziehungspersonen der Kinder informieren. Die wichtigste Information ist die über die obige Mittelposition.
Therapie (Intervention)
Als erstes ist festzustellen, inwieweit das Gemeinschaftsgefühl aktuell vorhanden ist. Unterstützend wird die Erziehung in der frühen Kindheit erforscht, aber weniger die objektive, sondern die subjektive Sicht des Egoisten. Es kommt nicht darauf an, was gesendet wurde, sondern was beim Empfänger ankam. Hier spielen nicht nur Erinnerungen aus der Kindheit eine Rolle, sondern auch aktuelle häufige Phantasien und Märchen. Interessant ist auch die Antwort des Egoisten auf eine spezielle Frage Adlers, die "Vermeidungsfrage" : "Was würden Sie beginnen, wenn ich Sie in kurzer Zeit heilen würde"? Hinweise gibt auch die Körpersprache, die Widersprüche zwischen gezeigtem Egoismus und verbal geäußerter Hilfsbereitschaft aufzeigt.
Wenn das Gefühl, sich von der Verantwortung für die Bedürfnisse der Schwachen wegen Unfähigkeit abwenden zu müssen, also das Minderwertigkeitsgefühl die Wurzel des Übels (fehlendes Gemeinschaftsgefühl) ist, dann sollte eine Therapie hier durch Ermutigung der eigenen Fähigkeiten allen Schwachen helfen zu können ansetzen. Stärkung des Selbstwertgefühls bedeutet hier die Angst vor Versagen beim Helfen vor den Augen der anderen zu nehmen. Das alles soll auch zu einer Änderung der "privaten Logik" führen, besonders, dass der Egoist das Versagen beim Helfen nicht als Minderwertigkeit deutet. Dazu ist es hilfreich, zu hohe Ansprüche an sich selbst beim Egoisten aufzudecken.
Therapieformen
- handlungsorientiert
Eine gute Therapieform ist z.B. die Egoisten in eine Gruppe zu stecken, die dann gemeinsam einen Berg hoch, eine Wüste durchqueren oder ein Schul-Segelschiff steuern muss. Dabei wird aus der "privaten Logik" "jeder gegen jeden" die gesunde Logik "einer für alle, alle für einen". Merke : Kranke Einstellungen kommen von Überbevölkerung. Bei ursprünglicher Bevölkerungsdichte (50 Menschen auf 500 km²) ist In kleinen Gruppen immer "Therapie".
- gesprächsorientiert
Alternativ dazu steht das Reframing (siehe Familientherapie). Der Betreuer zeigt die jetzige Verhaltensweise auf, die er dem Selbst-Sucher gegenüber als akzeptabel darstellt, und die besseren Alternativen auf. Das Akzeptieren des kranken Verhaltens durch den Betreuer ist ein Verbünden mit dem Kind (primäre Bezugssystem) im Selbst-Sucher, dadurch wird das sekundäre Bezugssystem entlastet und kann sich darauf konzentrieren die bessere Alternative auszuwählen. Ergänzend kann die paradoxe Intention (siehe Logotherapie) angewendet werden , die vereinfacht gesagt durch Witz bzw. Humor das Paradoxe an der privaten Logik aufdeckt.
In dem Ansatz Geminschaftsgefühl und in der Therapie steckt bzw. zeigt sich deutlich, dass grundlegend das Team dem Einzelgänger gegenüber überlegen ist.
Kommentar : Egoisten vom Typ Nero sollte zuerst zwangweise ihre Macht (Position, Vermögen, etc) genommen werden, bevor sie therapiert werden.
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