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Vorwort
- Professionell, lernpsychologisch
Wenn man ein guter Mensch sein will, also ein Helfer, dann muss man die Grundlagen des Helfens, also die Ethik des Helfens möglichst genau kennen bzw. darüber Bescheid wissen, man muss geistig und körperlich helfen können und man es mit ebenso hoher Priorität wie rein selbstbezogene Aktivitäten wollen.
- Kurz, pädagogisch
Das Wachstum von Menschen fördert man als Freund, Lebenspartner oder Helfer kurz gesagt nach Carl Rogers' personenzentriertem Ansatz der Psychotherapie durch Empathie und Akzeptanz für den anderen und eigene Echtheit.
- Teilgebiet der Philosophie
Die Ethik als die Wissenschaft vom rechten Handeln ist eines der Kerngebiete der Philosophie. Weitere Kerngebiete sind
die Logik (Wissenschaft vom folgerichtigen Denken), die Metaphysik (Wissenschaft von den ersten Gründen des Seins und der Wirklichkeit); die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie (Wissenschaft von den Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns im Allgemeinen bzw. speziell die Erkenntnisweisen der unterschiedlichen Einzelwissenschaften).
- Bezug zur Religionswissenschaft
Es finden sich viele Parallelen zu Religionen, z.B. zu Denken und Handeln der Geübten im Buddhismus.
Toleranz
Wir sind nicht alle gleich. Wie gehen wir mit den verschiedenen
milieubedingten,
kulturellen und religiösen Identitäten eines anderen einzelnen Menschen um? Ähnliche Lebenserfahrungen führen meist zu ähnlichen Denkweisen und erleichtern somit das gegenseitige Verstehen. Unterschiedliche Lebenserfahrungen führen meist zu unterschiedlichen Denkweisen und Positionen. Sie sind Last und Potential. Fremdes kann bedrohlich wirken und einen z.B. daran erinnern, wie man gerne sein möchte, aber nicht ist. Wie gehen wir mit Fremdem bzw. Neuem um?
a) Denken nach dem Komplementaritätsmodell : Wir erkennen im und durch den Fremden unsere eigenen Entwicklungsmöglichkeiten (negativ formuliert Defizite).
b) Wahrnehmen und Handeln nach dem homöostatischen Modell : Wir beobachten, hören zu und schauen hin, handeln gemeinsam, um unsere Fähigkeiten zu erweitern.
Phasen
Die folgende Kette von Phasen starten wir durch das Öffnen der Wahrnehmung der anderen Menschen. Jede Phase lässt sich in den genetisch bestimmten Grenzen trainieren.
- Den anderen wahrnehmen, siehe Wahrnehmung
- In den anderen möglichst genau hineinfühlen, mitfühlen, siehe Gefühl.
- In den anderen möglichst genau hineindenken, siehe Denken.
- Nutzen des Verstandes auf Basis von Werten, siehe Denken
- Dem anderen Helfen, siehe Handeln
Zugewandt sein (Wahrnehmung)
Gefühle und wertvolle Gedanken lassen den Menschen seine Wahrnehmung verbessern. Unsere Wahrnehmung weniger auf uns und uns interessierende Umweltaspekte lenken, sondern auf den anderen und die Umgebung aus seiner Sicht lenken. Also das Beobachten des anderen bzw. Konzentrieren auf den anderen. Blickkontakt auf gleicher Augenhöhe.
Empathie (Gefühl)
Wenn man emotionale Ansteckung, den unterbewußt gesteuerten physiologischen Gleichklang ( wie ein turtelndes Vogelpärchen) nicht durch den Verstand verhindert, sondern zulässt. Gefördert wird diese durch eine verbesserte Wahrnehmung, siehe oben. Physiologisch möglich machen das die Systeme von Spiegelneuronen im Gehirn.
Durch das Entschlüsseln der Körpersprache (z.B. die Sprache der Augen oder der Gesichtsmuskeln) können wir fühlen was der andere fühlt. Wir fühlen aggressive Impulse, Ohnmachtsgefühle, Versagensängste, Insuffizienzgefühle. Eine Therapie muss deshalb unterscheiden zwischen dem Augenblick des Schmerzes, des Zornes, der Schmach, wo der Leidende mit sich selbst und seinem Schmerz beschäftigt ist.
Gestört wird die Empathie erstens durch die äußere Abschottung, Isolation durch Walkmen etc. oder die innere Isolation durch Konzentration auf Eigeninteressen mit dem Verstand, und zweitens durch die Projektion des eigenen Inneren auf den Patienten, Gegenübertragung. Im ersten Fall nimmt man nur seine eigenen Gefühle und Interessen wahr, im zweiten Fall glaubt man die Gefühle des anderen zu fühlen, aber in Wahrheit fühlt man nur etwas, das aus dem eigenen Inneren (z.B. Vergangenheit) kommt. Empathie kann mehr beidseitig oder mehr einseitig sein.
- Beidseitig = Harmonie
Harmonie ist nicht zwischen jeder beliebigen Kombination von Menschen zu jedem Zeitpunkt möglich. Man mag nicht jeden Comedian bzw. Künstler, und das auch nicht zu jedem Zeitpunkt, z.B. einerseits auf der Bühne, andererseits privat. Harmonie kann deshalb eher durch gegenseitige Auswahl der Menschen und Wahl eines Zeitpunktes, in dem beide sich in einem günstigen Zustand befinden, optimiert werden. Wärme und Sympathie bestehen aus drei Elementen. Erstens gegenseitige Aufmerksamkeit, zweitens ein Duett der Körpersprache, drittens offensichtlich gemeinsame positive Empfindungen.
- Einseitig = Dominanz
Einbahnstraße. Dominant ist z.B. der mit mehr Wissen als der andere, Bsp. Erwachsene zu Kindern. Oder mit mehr Macht, Bsp. Chef zu Mitarbeiter. Der dominantere Mensch überträgt seine positiven oder negativen Gefühle auf (bessere Wahrnehmung) den weniger dominanten Mensch.
Denn die weniger dominanten wenden ihre Aufmerksamkeit alle auf den dominanteren während der dominantere natürlich nicht seine Aufmerksamkeit auf alle gleichzeitig lenken kann.
- In alten Soziologiebüchern (klassische Elitesoziologie) findet man die Einteilung der Bevölkerung in drei Gruppen. 1. Autoritäten (Elite), 2. Mitläufer (Masse), 3. Störer. D.h. die herrschende Schicht inklusive ihrer Berater wie z.B. Niccolo Machiavelli, die diese alten Bücher geschrieben hat, bezeichnet sich selbst als Autoritäten, die ihre geschickt gelenkten Emotionen auf die
die breite Masse als "Mitläufer" übertragen wollen, fühlen sich gestört von den "Störern", die sich gegen das Herrschen der herrschenden Klasse wenden.
Selbst im Gefängnis werden neue
Gefangene von den anderen darauf geprüft, ob sie Führer (Elite) oder treudoofe Mitläufer (Masse) oder Einzelgänger (Störer) sind.
Die moderne kritische Elitesoziologie hat keinen Grund, diese Einteilung der Gesellschaft in diese drei Gruppen zu ändern. Die Elite ist heute einerseits die Wissenselite, die Kapitalelite, andererseits die Kunstelite und Humanelite.
Nur die Interpretation hat sich geändert. 1. Wirtschaftskrieger (egoistische Elite), 2. Mitläufer (Masse), 3. Humanisten (fürsorgliche ethisch gute Elite).
"Die herrschenden Gedanken, sind die Gedanken der Herrschenden." (Vgl. Pressefreiheit).
Der alte Kampf zwischen Gut und Böse entscheidet sich deshalb durch die Frage wem (welcher Art von Elite) wendet die Mitläufer-Masse ihre Aufmerksamkeit mehr zu, den Menschen der Wirtschaftskrieger-Elite oder den Menschen der Humanisten-Elite? Bzw. wie viele steigen auf zum Humanist bzw. - moralisch absinkend - zum Wirtschaftskrieger. Ein Aufstieg aus der Masse in die Elite ist jedoch wenig wahrscheinlich wie Untersuchungen der Gruppe der Doktoren ergaben. Die Elite rekrutiert sich somit faktisch überwiegend aus dem Nachwuchs der Elite, der alles für den Aufstieg bzw. die Leistung Notwendige mitbekommt, die Elite bleibt somit unter sich. Die Soziologie der Funktionseliten behält somit teilweise (Selektion) ihre Berechtigung.
- Schlechtgelaunte versus gutgelaunte Dominante
Die Mitläufer arbeiten unter schlechtgelaunten Dominanten uneffektiv, weil sie fast panikartig und damit gehirnphysiologisch verständlich wenig durchdacht versuchen, den Dominanten zufrieden zu stellen. Denn die Mitläufer fühlen sich vom Dominanten bedroht. Unter gutgelaunten Dominanten sind die Mitläufer besser gelaunt, spüren auch etwas mehr die Aufmerksamkeit und Unterstützung des Dominanten und arbeiten effektiver als unter schlechtgelaunten Dominanten.
- Gesellschaftsmodelle
- Mitbestimmung aller fördert die Harmonie und Harmonie fördert Mitbestimmung. Machtfairteilung.
- Herrschaft fördert Dominanz und Dominanz fördert Herrschaft. MachtUNfairteilung.
Ganzheitliches Verstehen und Interpathie (Gefühl und Denken)
Wir suchen den anderen in seiner anderen Welt auf. Die Spiegelneuronen machen es begrenzt möglich, das Denken und Fühlen des anderen zu simulieren. Wir übernehmen in der Simulation fremde Ansichten, Annahmen und Gedankengänge. Von Natur aus um dem anderen helfen zu können oder um sich nach Erkennen einer Gefahr rechtzeitig in Sicherheit bringen zu können. Diese Fähigkeit können wir nutzen und trainieren. Denn die Genauigkeit ist es, die Diplomaten als Unterhändler gut sein lässt.
- Schlechtes Alltagsverhalten
Eine übliche, aber nicht gute Reaktion ist als Helfer selbst zu reden, anstatt dem anderen zuzuhören. Man bewältigt zwar durch das vorschnelle Anbieten von wenig individuell angepassten Ratschlägen oder Hilfen die eigene Hilflosigkeit bzw. Ängste, aber man hilft damit nicht dem Leidenden, man isoliert den anderen sogar, da man auf sein eigenes Interesse Angstbewältigung konzentriert ist, anstatt auf den anderen. Der Leidende hört auf zu reden, denn man hört ihm nicht richtig zu.
- Gutes Verhalten
- Der Leidende erzählt von seinen belastenden Gefühlen und Gedanken.
- Der Helfer hört dem anderen aufmerksam zu, und schaut ihn an. Durch das Aufnehmen der Gedanken und Körpersprache bzw. Gefühle des anderen können wir den anderen besser verstehen. Der Helfer spürt empathisch die Gefühle des anderen. Der Helfer erkennt das sachliche Problem und setzt Gefühle und sachliche Informationen ins Verhältnis, d.h. erkennt einerseits die emotionale Bedeutung der Worte, andererseits die Hintergrundinformation durch die Körpersprache bzw. echte Gefühle des anderen, die die Worte relativieren.
Der Helfer sollte dabei nicht entsetzt sein, sondern erstaunt über die Gefühle und Gedanken des anderen.
- Auch die Körpersprache des Helfers spielt eine Rolle, als Helfer am besten nicht so wie der klassische Therapeut in den Spielfilmen, sondern gefühlsbetont, echt. Dazu gehören auch Hörersignale wie "Ich verstehe" etc.
- Als erste Reaktion kann man als Helfer dem anderen den eigenen Gefühlszustand mitteilen, z.B. dass man wirklich zuhören und anschließend helfen möchte.
- Wenn wir uns überlegt haben wie wir als Helfer in der Situation des Leidenden empfinden würden, also diese simulieren, fällt es uns eventuell leichter, die Gefühle des anderen zu erkennen. Wir sprechen dann als Helfer nicht in einer Art Monolog davon, was nur unseren emotionalen Zustand spiegelt, sondern gehen in einem Dialog sprachich darauf ein, was der andere fühlt, sagt und tut. Rückspiegeln, kurz und bündig das Wesentliche mitteilen. Übrigens auch bei positiven Gefühlen wie Glück.
- Der Gesprächsverlauf wird von beiden bestimmt.
- Der Leidende erkennt eventuell gedanklich in seinem Gedankenchaos eine Lösung oder erlebt einfach nur emotional eine Entlastung. Durch die Spiegelung der Gefühle und Gedanken durch den Therapeuten lernen die Leidenden ihre seelische Befindlichkeit genauer kennen und können zu neuen Einstellungen gelangen. Etwas konkreter wird hier eine aus dem Hinduismus stammende Therapie, das Gespräch mit an Entfremdung Leidenden.
- Der Leidende fühlt sich wirklich verstanden, wenn er durch die Rückspiegelung den Beweis bekommt, dass der andere seine Gedanken und Gefühle vollständig aufgenommen hat. Die Verbindung zwischen beiden Personen wird enger. Das gilt auch für Beziehungen zwischen Lebenspartnern, zwischen Liebe und Nächstenliebe gibt es viele Parallelen.
- Im nächsten Schritt dürfen wir auch vorsichtig Fragen zu stellen, die nicht nur das isolierte Problem des anderen betreffen, sondern auch den Hintergrund des Gegenübers. Taktvoll ist es dabei, nicht zu voreilig zu für den anderen unangenehme Themen Fragen zu stellen, sondern dem anderen die Zeit zu lassen, diese Themen selbst anzusprechen. Die Erfahrung zeigt, dass die Menschen mit der Zeit alle wichtigen Themen von sich aus in einer für sie angenehmen Weise ansprechen.
- Wenn die Gefühle (körperlich starke Reaktionen) abgeflaut sind, ist ein kreativer Dialog über
Lösungsvorschläge und Hilfen möglich, die der eine anbieten möchte und der andere annehmen möchte, jeweils freiwillig. Vergleiche unten "Problemlösung geistig".
Besonders interessant sind dabei die Gedanken, die sehr stark emotional behaftet sind. Bei umso mehr Menschen sie stark emotional behaftet sind, umso mehr verbreiten sich Informationen wie Fairteilung.
Denken, Fühlen bei jedem
Wenn wir etwas aufgrund bestimmter Bedürfnisse und Gefühle wollen, dann finden wir gedanklich Gründe dafür bzw. gegen die Alternative. Gedanken sind somit meisten nur Rationalisierungen unserer Gefühle. Deshalb muss eine Therapie an den negativen und unterdrückten Gefühlen ansetzen. Unsere Gefühle sind dynamisch wie der Zustand unseres Körpers bzw. unser Leben. Immer wieder tauchen Ängste auf, die es zu bewältigen gilt. Ein eher langanhaltender Begleiter sind unterdrückte Gefühle, die solange aktiv sind, bis man sie auslebt. Per Verstand verhindern wir das Ausleben, weil sie unakzeptabel erscheinen. Oder durch andere Gefühle wie Angst. In etwa wie eine Bombe, wo man die Explosion nicht verhindern kann, sondern nur den Zeitpunkt hinauszögern kann. Das Minimum ist das Erkennen der Gefühle und Akzeptieren, besser das Ausleben, soweit es andere nicht zu sehr schädigt.
Vertragsethik und Nächstenliebe (Denken und Gefühl)
Eine rein rationale Vertragsethik kann eine leere Worthülle sein, wenn sie nicht durch Liebe und Nächstenliebe emotional gestützt wird. Nächstenliebe ist die Basis für gute Taten als Kern der Ethik.
Die dritte Position (Denken)
Wir treffen uns wegen der Unterschiede zwischen zwei Menschen an einem "dritten Ort", schaffen also positiv-konstruktiv und kreativ eine neue Position zwischen den beiden Positionen beider Menschen. Das Dritte bzw. der Kompromiß erfordert das Zweite, d.h. wir beziehen Position (z.B. unsere Website), auf die sich der andere beziehen kann. Das Erste ist das Verstehen der Position des anderen, siehe oben. Wer die Bedürfnisse des anderen verstanden hat, siehe oben, der kann dem anderen ein Angebot machen. Die Kreativität basiert auf der Verschiedenheit von Informationen, deshalb fördert die Kooperation der Berater aus verschiedenen Kulturen und Religionen so wirksam die Therapie.
Soziale Kognition (Denken)
Auf Kenntnis der unausgesprochenen Regeln der Interaktion je nach Kultur, Religion, Milieu die relevanten Informationen über die beteiligten Personen besorgen und über die beste Lösung nachdenken. Diese Fähigkeit braucht ein guter Trainer, der z.B. Sport-Teams zusammenstellt und auf verschiedene Positionen aufstellt, ebenso wie der Berater von Politikern vor Wahlen. Bei Politikern geht es auch um den Status. Bei allen geht es um Selbstwertgefühl. Dazu gehört das soziale Selbst einschätzen und beachten zu können und bei Bedarf zu fördern, d.h. wie Politiker A meint, dass sie von mehreren Personen N gesehen wird. Z.B. sollte man fördern, dass einerseits die Personen N die Person A real nicht mehr als Außenseiter sieht, was es dann andererseits erleichtert bei Politiker A ihr soziales Selbst zu verbessern.
Problemlösung geistig (Denken)
Besteht aus zwei Teilen.
- Optimierung Input
Wie können die wichtigen Informationen optimal in mein Gehirn gelangen? Gezieltes Beschäfitgen bzw. Konzentrieren auf das Problem (Lage, Ziel) und die Lösungsansätze (Weg). Weitere Details siehe Kreativität. Anderes ausblenden.
- Optimierung Output
Wie können die verarbeiteten wichtigen Informationen optimal aus meinem Gehirn gelangen? Gezielt in sich reinhören. Die Aufmerksamkeit von Lärm abwenden und auf die innere Stimme richten. Die einen bevorzugen eine Abwechslung bzw. Mischung aus Ablenkung und Ruhe, die anderen die absolute Ruhe (Meditation). Beispiel Mönche im Buddhismus um die Erleuchtung zu erlangen, also endlich zu wissen, was für einen wirklich wichtig ist.
Systemisches Denken und Handeln
Krankheit als Entfremdung vom körperlichen Normalzustand basiert auf der Entfremdung vom Ich bzw. von der Gesellschaft bzw. sozialen Ordnung. Nicht auf Entfremdung von der herrschenden Klasse, denn diese Minderheit hat sich selbst von der Gesellschaft entfremdet, indem sie zu hoch hinaus nach Macht strebten. Allerdings ist jede win-win-Situation eine Entfremdung von einem Dritten, zu dessen Lasten die Komplizenschaft geht. Aus der harmonischen taktvollen Interaktion (s.u.) zwischen zwei Menschen als Teil der Ethik ergibt sich zwangsläufig die Harmonie zwischen allen Menschen, wenn keiner aus dem Takt ist. Hieraus ergibt sich die Gleichberechtigung aller Menschen weltweit. Der Verstand unterstützt die Empathie bei der Umsetzung der gerechten Gedanken in gerechte Handlungen.
Jede Therapie muss somit nicht nur den Leidenden therapieren, sondern auch das Verhältnis von Leidenden und Gemeinschaft bzw. Gesellschaft und die Gemeinschaft bzw. die Gesellschaft selbst. Siehe auch Gespräche mit Langzeitarbeitslosen. Oftmals ist das Problem Gegnerschaft zu lösen.
Harmonische taktvolle Interaktion (Gefühl und Handeln)
Auch Synchronie genannt, also im Takt (vgl. oben Empathie / Harmonie ) mit dem anderen sein. Umgangssprachlich : Die "Chemie" stimmt. Unmittelbar auf nonverbale Signale des anderen mit eigenen nonverbalen Signalen (Mimik, Körperhaltung) reagieren ohne lange nachdenken zu müssen. Ansonsten werden alle Beteiligten verunsichert. Wichtige Aspekte dabei sind : Dem anderen ins Gesicht schauen, den für beide Seiten angenehmen körperlichen Abstand einnehmen, ein zum eigenen emotionalen Zustand passende Mimik zeigen, taktvoll gegenüber den Gefühlen anderer sein.
Aufheitern bzw. Selbstdarstellung (Gefühl und Handeln)
Mit positiven Gefühlen fallen dem Leidenden konstruktiv-positive Gedanken leichter. Deshalb ist es von Vorteil ähnlich wie ein charismatischer Entertainer oder Präsidentschaftskandidat vor einem großen Publikum (Massen) ein guter Schauspieler zu sein, und immer wieder (Rhythmus) zum richtigen Zeitpunkt (Timing) nicht nur die treffsicheren Argumente zu bringen, sondern auch in sich nach außen ausstrahlende Gefühle auszulösen, die beim Gegenüber unwiderstehlich ansteckend wirken.
Zusätzlich ist es in seltenen Fällen erforderlich, den Ausdruck von eigenen Gefühlen zu kontrollieren bzw. hinter einer Maske zu verstecken wie es im Verkauf und in der Politik die Regel ist, wenn die Wahrnehmung dieses Gefühls für den Leidenden negativ bzw. eine Belastung wäre.
Beeinflussen
Damit nicht nur die Egoisten die Menschen negativ beeinflussen ist es wichtig, die Menschen auch zum Guten zu motivieren. Die guten Beziehungen der Menschen untereinander sind der Zweck. Das Zusammenspiel von Takt (s.o.) und Selbstdarstellung (s.o.). Das ist der eine Weg die Isolation zu lösen. Und die Unverbesserlichen bei den Machtspielen zu besiegen, ist der andere. Die geschickte Anwendung von Zuckerbrot und Peitsche. So wie es der gute Polizist im Umgang mit aufgebrachten Bürgern beherrscht oder der Machtpolitiker.
Fürsorge (Gefühl und Handeln)
Die Königsdisziplin. Nächstenliebe analog zu bedingungsloser Liebe.Gute Taten sind der Kern der Ethik. Hier zeigt sich, dass jeder im Kloster gereifte buddhistische Mönch jeder manipulativen Führungskraft mit Teilen der obigen Aspekte (Soziale Kognition s.o. etc) in einem Unternehmen weit voraus ist. Denn die Mönche praktizieren das "Geben ist seeliger als Nehmen" z.B. im buddhistischen Kloster.
Je stärker und länger wir uns in den Leidenden hineinfühlen (s.o. Empathie), je stärker sind wir motiviert zu helfen. Der gute Starke ist als Führungskraft, Erziehungsperson und Lebenspartner eine Basisstation bzw. Quelle von Schutz, kreativer Dynamik (konstruktive Kritik) und Wohlbefinden, zusammen genommen wirkt es wie eine Quelle von Energie. Im Bereich der Fürsorge zeigt sich das z.B. im den guten Willen beweisen und die Dinge zum Besseren wenden.
Hindernisse in Umwelt und Soziales sieht man nach dem Auftanken von Energie eher als Herausforderung und nimmt diese an, nicht als Überforderung bzw. Bedrohung. Die Gratwanderung zwischen Überforderung und Unterforderung. Man geht auf Entdeckungsreise, agiert spielerisch, geht Risiken ein, schlägt Innovationen vor. Überforderung bzw. Unterforderung führt zu Unlust bzw. Frust, der mehr oder weniger gut verborgen oder auch durch Protest bzw. Gewalt auffällig wird. Bei Arbeitnehmern zeigt sich das in der Produktivität und Verweildauer auf einer Position. Arbeitnehmer bevorzugen oft den besseren Chef als etwas mehr Gehalt. Das Gehalt wird bei schlechten Chefs eher als möglichst hohes Schmerzensgeld gesehen. Wie sich zu viele dunkle Persönlichkeiten in einem Unternehmen auswirken zeigt der Film "The Corporation".
Um möglichst schon bei Kindern Fürsorge zu trainieren, lenkt man die Aufmerksamkeit der Kinder für möglichst lange Zeit auf die Bedürfnisse der Eltern bzw. anderer Menschen. Die Hilfe an sich ist umso besser, je mehr wir uns dazu unterstütztend des Wissens und Denkens bei der Suche nach der für die Leidenden (und nicht nur für uns) besten Hilfsmethode zu bedienen.
Voraussetzung für das obige Training der Kinder ist, dass die Kinder aufgrund von Zuneigung und Empathie durch die Eltern eine Art Basisstation gefunden haben, die ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, damit sie dann wie kleine Tiere in freier Wildbahn von sicht aus auch die Umgebung erforschen. Worte allein können nicht ermutigen, wenn die Erziehungspersonen sich nicht sicher fühlen bzw. selbst mutig sind und dieses Gefühl auf das Kind ausstrahlt. Ohne diese Sicherheit bleiben sie ängstlich nahe bei den Eltern, ihre Entwicklung ist gehemmt. Diese zwei Elemente Sicherheit und Erforschung haben auch zu unserer Namensgebung von Kraft und Berufung (finden) beigetragen. Details zur Erziehung von Kindern, Fördern des Partners.
Distanz im Alltag
Wir beginnen mit Verhalten auf den untersten moralischen Stufen, fortschreitend zu den höheren Stufen.
- Egoisten
Sie benutzen ihre rationale und emotionale und soziale Intelligenz (fast alle obigen Elemnte dieser Ethik) dazu, andere Menschen egoistisch als Mittel zum Zweck zu benutzen. Ihr natürliches Mitleid bzw. Empathie schalten sie aus.
Ebenso wie brutal vorgehende Serienkiller. Nur dieses Ausschalten kann die Grausamkeit freisetzen. An der fehlenden Köingsdisziplin Fürsorge im Sinne von bedigungslose Liebe erkennt man die Egoisten auf jeden Fall, denn jede Hilfe der Egoisten ist berechnend, sie erwarten sich dann dadurch eine größere Gegenleistung. Die dunkle Triade besteht aus dem Machiavellisten (Gewinnsüchtige), Narzissten (Selbstverliebte), Psychopathen (Serienkiller).
- Exkurs Zurückweisung
Werden wir von unserem gesamten Umfeld ausschließlich nicht als Mensch, sondern als Roboter behandelt, empfinden wir die gleichen Schmerzen, wie wenn wir uns körperlich verletzt hätten. Denn beide Schmerzen sind Signale aus dem anterioren cingulären Kortex. In den rauhen Urzeiten konnte eine Zurückweisung genauso tödlich sein wie eine Verletzung. Einzelgänger bzw. Außenseiter ohne Unterstützung durch die Gruppe hatten schlechte Überlebenschancen.
- Arbeitnehmer allgemein
Das zweckorientierte Hineinfühlen findet man allgemein bei Arbeitnehmern, die Kollegen helfen (Kooperation), um übergreifende Ziele des Teams zu erreichen. Eine Art Verhalten nach Drehbuch bzw. Zeremonie.
- Journalisten
Die Objektivität gehört zu den Grundprinzipien des journalistischen Ethos. Es ist jedoch nicht angebracht, wenn es um das Verhältnis zwischen Starken und Schwachen geht. Dann muss man fühlend, denkend und handelnd Position beziehen, damit die Bürger ebenfalls ihre Position vor dem Wahrnehmen des Mediums erkennen und nach dem Wahrnehmen des Mediums die dritte Position (s.o.) finden können.
- "Professionelle" Helfer
"Professionelle" bezahlte Helfer wie Lehrer, Polizisten, Ärzte, Sozialpädagogen verhalten sich einerseits wie Arbeitnehmer allgemein, also nach Drehbuch. Andererseits findet man bei ihnen auch Standardverhalten von Arbeitnehmern in der Helferbranche bzw. je nach Branche. Der Psychotherapeut muss am weitesten in Richtung Grenze Richtung private zwischenmenschliche Beziehung vorrücken.
Die emotionale Ansteckung bzw. Empathie wird hier bewußt teilweise ausgeschaltet.
Man nennt das objektiv distanziert. Dieses Einhalten dieser Drehbücher ist jedoch nicht angebracht, wenn es um das Verhältnis zwischen Starken und Schwachen geht.
- Gute Menschen
Jeder gute Mensch, der die höheren Stufen der moralischen Entwicklung erklommen hat, verlässt die Distanz soweit wie seine psychische Stärke es zulässt. Und versucht, seine persönliche Ethik unserer Ethik hier so weit wie möglich anzunähern.
Starke Helfer
Wenn Helfer nur helfen, aber ihnen selbst niemand hilft, weil Egoisten sich unbemerkt der Helfer bedienen, sind ihre Batterien bald leer. Deshalb brauchen nicht nur Hilfsbedürftige Hilfe, sondern auch Helfer. Eine harmonische Gesellschaft ist gesund. Siehe oben systemisches Denken und Handeln.
- "Liebe Dich selbst wie Deinen Nächsten". Das spricht gegen Narzissmus, Arroganz, aber auch gegen untertänige Bescheidenheit. Nur wer seinen Verstand mit seinen positiven Gefühlen in Einklang bringt, ist gesund und stark. Genauer gesagt wer alle seine neuronalen Systeme gut versorgt. Deshalb ist
- die Liebe von und zu einem Lebenspartner bzw. die drei neuronalen Systeme sinnlich-leidenschaftlich, Partnercoaching, bedingungslose Fürsorge für Helfer ebenso wichtig wie
- die heilende Nächstenliebe für bzw. emotionale Unterstützung von anderen Menschen. Oftmals reduziert auf wenige gute Freunde, die Loyalität zwischen Kombinationen von Kollegen und Nachbarn. Und dass man einen einzigen guten Freund unter den Kollegen und eventuell unter den Nachbarn hat. Umso länger gearbeitet wird, umso mehr verlagert es sich von Freunden, Nachbarn hin zu Kollegen. Umso mehr Gefühle bzw. Beziehungsprobleme kommen in die Ersatzfamilie Arbeitsumgebung.
- Wo aktive Hilfe auf aktive Hilfe anderer trifft, ist sie stark.
- Wechselwirkungen
- Innere Harmonie
- macht entschlußfreudig, läßt einen organisieren, einerseits Verantwortung übernehmen, d.h. für Fehlentscheidungen gerade stehen, andererseits delegieren, d.h. an freie geeignete Hände abgeben.
- Und gibt Kraft zum Helfen.
- Helfen unter Helfern (Harmonie zwischen Helfern) stärkt die innere Harmonie. Wer den Sinn des Lebens nicht aus den Augen verliert, der verliert auch das Glücklichsein nicht aus den Augen.
Ansprüche an Helfer
Wir formulieren unsere Ethik auch in Form von Ansprüchen an die Helfer, abgeleitet aus denen buddhistischer Mönchsorden.. Folgende Eigenschaften muss ein gereifter Helfer nachweisen.
- Er muss den Pfad (Stufen 5 und 6) gegangen sein, um den Weg zeigen zu können
- Er muss großzügig und ohne Selbstüberbedeutung sein, damit er Reichtum zugunsten seines Schülers opfern kann.
- Er darf nicht seine Hand im Reichtum seines Schülers haben, damit er nicht versucht ist, den für sich selbst zu nutzen
- Er gibt den Rat indirekt durch ein Zeichen anstelle eines direkten Ausdrucks wenn möglich, damit der Hilfsbedürftige einen eigenen Gedanken führen und schätzen kann.
- Er erzieht mit Freundlichkeit anstelle von Gewalt und Härte wenn möglich
- Was immer er befiehlt, er muss es vorher selbst unter vergleichbaren Bedingungen (Biographie, Lage, Ziele) geschafft haben
- Was immer er seinem Schüler verbietet, dessen muss er sich selbst enthalten können
- Er wird um der Welt willen nicht seinen Schüler im Stich lassen
Ein Lehrer darf die Vertraulichkeit seines Schülers niemals verletzen.
Folgende Eigenschaften muss ein lernender Helfer nachweisen.
- Er muss intelligent genug sein, damit er die Hinweise des gereiften Helfers versteht
- Er muss zuhören und hinschauen
- Er muss ein erleuchtetes Herz haben, um die Größe des gereiften Helfers sehen zu können
- Er muss die Wahrheit sagen
- Er muss halten was er verspricht
- Er muss freigiebig alles weggeben können, was immer er auch besitzt.
- Er muss ein Geheimnis bewahren können
- Er muss Ratschläge annehmen können
- Er muss ritterlich sein, damit er sein eigenes Leben dem Pfad (Stufen 5 und 6) opfern kann
Der Schüler kann Zutrauen zu seinem gereiften Lehrer (s.o.) haben
Vertiefung Psychotherapeutische Methoden
Betreutes Training, Selbstfindung, Selbsterfahrung, Psychotherapie
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Hrsg. v. Helmut Weiß, Karl H. Federschmidt u. Klaus Temme
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